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Zwei Jahre nach Pariser Terror Salah Abdeslam muss sich verantworten

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Salah Abdeslam drohen allein in Belgien wegen versuchten Mordes 40 Jahre Haft.

(Foto: AP)

Er gilt als einzig Überlebender der französisch-belgischen Terrorzelle, die unter anderem für die Anschläge in Paris 2015 verantwortlich gemacht wird - nun steht Salah Abdeslam vor Gericht. Dass er etwas zu seiner Verteidigung sagen wird, ist aber unwahrscheinlich.

Es ist ein mit Spannung erwarteter Prozess: Vor Gericht in Brüssel erscheint erstmals Salah Abdeslam, der einzige überlebende mutmaßliche Attentäter der Pariser Anschläge vom 13. November 2015. Vor seiner Festnahme galt er als der meistgesuchte Mann Europas. Nun ist die Frage, inwieweit Abdeslam mit den Justizbehörden kooperieren will. Seiner Ergreifung war eine monatelange Flucht vorausgegangen.

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Am 18. März 2016 wurde Salah Abdeslam in Molenbeek festgenommen.

(Foto: REUTERS)

Nachdem er identifiziert worden war, hatten die Ermittler den Franzosen mit marokkanischen Wurzeln international zur Fahndung ausgeschrieben - das war bereits zwei Tage nach den Anschlägen in Paris mit 130 Toten. Doch erst am 15. März 2016 stolperten die Fahnder in einer Wohnung im Brüsseler Vorort Vorst über eine Spur zu dem Verdächtigen. Und die erwies sich als brandgefährlich.

Ein französisch-belgisches Ermittler-Team entdeckte ein Versteck jener Terrorzelle, die heute mit drei Anschlägen in Verbindung gebracht wird: die in Paris, die am Brüsseler Flughafen und in der Metro im März 2016 mit 32 Toten sowie der verhinderte Angriff auf Reisende eines Thalys-Schnellzugs im August 2015. Die Wohnung in Vorst hielten die Beamten zunächst für verlassen. Als sie sich Zutritt verschafften, wurden sie jedoch mit Kalaschnikow-Feuer empfangen. Drei Polizisten wurden verletzt.

Abdeslam drohen 40 Jahre Haft

Die Beamten erschossen einen der Verdächtigen, den 35-jährigen Algerier Mohamed Belkaïd, der ebenfalls mit den Paris-Anschlägen in Verbindung gebracht wird. Zwei Männern gelang die Flucht. In der Wohnung fanden die Ermittler Sprengstoff, Munition und Spuren, die zweifelsfrei Salah Abdeslam zugeordnet werden konnten. Vermutlich waren er und sein Komplize Sofiane Ayari die beiden Flüchtigen. Ayari, ein 24-jähriger Tunesier, gilt als Fluchthelfer Abdeslams und steht ebenfalls in Brüssel vor Gericht.

Er und Abdeslam sollen sich im baden-württembergischen Ulm kennengelernt haben, wohin Ayari über die Flüchtlingsroute aus der Türkei gelangt war. Drei Tage später gingen die beiden Verdächtigen der Polizei ins Netz. Ein Anruf Abdeslams an einen Cousin hatte sie verraten. Am 18. März umstellte eine Spezialeinheit das Haus im Bezirk Molenbeek, wo Abdeslam und Ayari sich versteckten. Beide wurden bei ihrer Festnahme angeschossen.

Vor Gericht in Brüssel wird nicht die mutmaßliche Beteiligung Abdeslams an den Pariser Anschlägen verhandelt, im Prozess muss sich der 28-Jährige ausschließlich wegen der drei verletzten Polizeibeamten verantworten. Allein dafür drohen ihm bis zu 40 Jahre Haft wegen mehrfachen terroristisch motivierten Mordversuchs gegen Polizisten. Die Vereinigung von Terroropfern V-Europe, die in Belgien kurz nach den Anschlägen am Brüsseler Flughafen gegründet wurde, will als Nebenkläger in dem Prozess auftreten.

Tag und Nacht unter Beobachtung

Die Festnahme Abdeslams gilt als Auslöser der Brüsseler Selbstmordanschläge vier Tage später. Trotz des neuen Nebenklägers schließen mit dem Fall vertraute Quellen eine erneute Verschiebung des Prozesses aus. Ursprünglich sollte die erste Anhörung bereits im Dezember 2017 stattfinden. Sie wurde drei Tage vor dem geplanten Auftakt jedoch auf Antrag der Verteidigung verschoben. Vertreten wird Abdeslam durch den bekannten belgischen Anwalt Sven Mary. Er hatte den Fall zwischenzeitlich wegen des unkooperativen Verhaltens seines Klienten abgegeben. Seit März 2016 schweigt der heute 28-jährige Abdeslam beharrlich.

Der Prozess soll zunächst bis Freitag kommender Woche dauern. Am Brüsseler Justizpalast wurden dafür enorme Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Vor dem Auftakt des Verfahrens soll Abdeslam zunächst in ein Hochsicherheitsgefängnis nach Nordfrankreich gebracht werden, von wo aus er jeden Tag von Elitepolizisten nach Brüssel begleitet wird. Bisher saß er in Isolationshaft nahe Paris, wo er Tag und Nacht beobachtet wurde. Er gilt als suizidgefährdet.

Quelle: n-tv.de, Peter Eßer, AFP

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