Politik

Spitzenkandidat für LandtagswahlScharfzüngiger CDU-Kritiker Ott soll SPD in NRW stark machen

23.01.2026, 15:06 Uhr
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ARCHIV-17-09-2025-Nordrhein-Westfalen-Duesseldorf-Jochen-Ott-SPD-Vorsitzender-der-Landtagsfraktion-seiner-Partei-spricht-bei-einer-Plenarsitzung-des-Landtags-von-Nordrhein-Westfalen
Jochen Ott ist derzeit SPD-Vorsitzender der NRW-Landtagsfraktion. (Foto: dpa)

Nach historischen Tiefständen will die SPD bei der nächsten Landtagswahl in NRW Landtagsfraktionschef Jochen Ott ins Rennen schicken. Als Spitzenkandidat soll Ott Ministerpräsident Wüst herausfordern.

SPD-Landtagsfraktionschef Jochen Ott soll die Sozialdemokraten als Spitzenkandidat in die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2027 führen. Das Parteipräsidium habe dem Landesvorstand einstimmig den 51-jährigen Kölner zur Nominierung vorgeschlagen, verlautete aus Parteikreisen.

Ott wird damit voraussichtlich zum Herausforderer von CDU-Ministerpräsident Hendrik Wüst. Dieser ist seit Oktober 2021 Regierungschef und führt seit 2022 das erste schwarz-grüne Bündnis in NRW. Die SPD ist seit 2017 nicht mehr an der Regierung im bevölkerungsstärksten Bundesland beteiligt.

Die Landtagswahl in NRW findet im Frühling 2027 statt. Die CDU will erst im kommenden Jahr ihren Spitzenkandidaten für die Wahl nominieren. Ott soll bereits bei einem am 13. Juni geplanten Aufstellungsparteitag der NRW-SPD offiziell zum Spitzenkandidaten gekürt werden.

Auf den ehemaligen Oberstudienrat, der sich einen Ruf als angriffslustiger und scharfzüngiger Kritiker der CDU-geführten Landesregierung gemacht hat, kommt eine schwere Aufgabe zu. Die Wahlergebnisse der SPD erreichen in dem Bundesland, das einst als ihr Stammland bezeichnet wurde, seit mehreren Jahren historische Tiefstände.

Die CDU war bei der letzten Landtagswahl mit 35,7 Prozent als klare Wahlsiegerin hervorgegangen. Die Grünen konnten ihren Stimmenanteil im Vergleich zu 2017 auf 18,2 Prozent fast verdreifachen und landeten hinter der abgestürzten SPD (26,7) auf dem dritten Platz. Die Freidemokraten hatten ihr Wahlergebnis auf 5,9 Prozent halbiert. Schwarz-Gelb konnte daher nicht weiter regieren.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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