Politik

"Sexistische" Radhelm-Bilder Scheuer freut sich über Kritik an Kampagne

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"Germany's Next Topmodel"-Kandidatin Alicija ist eine der Fahrradhelm-Models.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach der Fahrradhelm-Kampagne mit halbnackten Models hagelt es von allen Seiten weiter Kritik. Bundesverkehrsminister Scheuer stört das nicht. Im Gegenteil: Ihm kommt die Aufmerksamkeit sogar gelegen.

Nach heftiger Kritik an der Fahrradhelm-Kampagne des Bundesverkehrsministeriums hat das Ressort die Motivwahl leicht bekleideter Models verteidigt. Mit den Bildern solle eine "schwer erreichbare Zielgruppe angesprochen werden", nämlich die der 17- bis 30-Jährigen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin. Das Ministerium sei "überzeugt", diese junge Zielgruppe mit der Kampagne auch anzusprechen. Es stehe auch "immer noch hinter den Motiven".

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat die Fahrradhelm-Kampagne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer heftig kritisiert. "Viele Menschen ärgern sich über so eine Kampagne, viele Menschen fühlen sich überhaupt nicht ernst genommen", sagte ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork in Berlin vor Beratungen einer Arbeitsgruppe für mehr Klimaschutz im Verkehr. Es gebe viele Themen, um die sich Scheuer kümmern müsse, zum Beispiel mehr Verkehrssicherheit und das Vermeiden und Verhindern von Unfällen. "Da hätte Herr Scheuer viel zu tun, aber stattdessen kümmert er sich um alberne Kampagnen", sagte Stork.

Scheuer sieht die Aufregung über die Kampagne positiv. Er freue sich, dass sie von Werbeprofis gut aufgenommen und als mutig bezeichnet werde, sagte der CSU-Politiker am Rande einer gemeinsamen Sitzung der Spitzen von CDU und CSU zum Europawahlprogramm der Union in Berlin. "Da ist das Ziel nämlich schon erreicht, wenn über eine Kampagne diskutiert wird."

Kampagne soll "aufrütteln und polarisieren"

Es tue ihm leid, wenn sich jemand von der Kampagne verletzt fühle. Auf Twitter schrieb Scheuer: "Das gab es noch nie: In ganz Europa wird jetzt über Fahrradhelme diskutiert. Klar ist: Nur 8 Prozent der jungen Radfahrer tragen Helm. Klar ist auch: Helme schützen vor schweren Kopfverletzungen und retten Leben."

Das Verkehrsministerium will mit der Kampagne, die auch Videos umfasst, vor allem junge Menschen zum Tragen eines Helms animieren. Sie trägt den Titel: "Looks like shit. But saves my life." - auf deutsch: "Sieht scheiße aus. Aber rettet mein Leben." Dabei ist unter anderem "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin Alicija. In den sozialen Netzwerken gab es neben Verständnis viele ironische Kommentare, manche User bewerteten die Aktion als "peinlich" oder "sexistisch".

"Es ist so, dass wir die Kritik absolut nachvollziehen können", sagte die Sprecherin von Scheuer. Allerdings solle die Kampagne "aufrütteln und polarisieren" sowie "Aufmerksamkeit erzeugen". Und das passiere auch.

Radfahrer und ihre Verbände fordern seit langem etwa mehr Tempo-30-Zonen, Abbiegeassistenten für Lastwagen und besser geschützte Radwege für mehr Verkehrssicherheit. Die Plakataktion soll am Dienstag starten. Die Kampagne wird vom Verkehrsministerium und vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) unterstützt und kostet den Angaben zufolge 400.000 Euro.

Quelle: n-tv.de, vck/AFP/dpa

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