Politik

RTL/ntv Trendbarometer Schlechte Noten für Scholz' Corona-Politik

Es war die erste Bewährungsprobe noch bevor die Ampelkoalition überhaupt stand: die Antwort auf die dramatische Corona-Entwicklung. Überzeugen konnte Olaf Scholz damit nicht, zeigt das neue RTL/ntv Trendbarometer.

In der Startwoche der neuen Ampelkoalition gewinnt die SPD im aktuellen RTL/ntv Trendbarometer gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu und kommt nun auf 25 Prozent. Die FDP gibt um einen Punkt nach und liegt aktuell bei 11 Prozent. Die Werte für alle anderen Parteien bleiben im Vergleich zur Vorwoche unverändert. So kommt die Union weiterhin auf 22 Prozent, die Grünen auf 17 Prozent, die AfD auf 10 Prozent und die Linke auf 5 Prozent. Auch die Werte für die sonstigen Parteien bleiben mit 10 Prozent Zustimmung unverändert.

Das Eigenschaftsprofil von Olaf Scholz bei den Bundesbürgern fällt kurz vor seiner Wahl zum Kanzler bei allen abgefragten Eigenschaften schlechter aus als noch vor der Bundestagswahl. 34 Prozent (- 4 Prozentpunkte) halten Scholz für sympathisch, 31 Prozent für vertrauenswürdig (- 6 Prozentpunkte). Jeweils 17 Prozent halten ihn für bürgernah (- 9 Prozentpunkte) bzw. glauben, dass er ein gutes Konzept für die Zukunft Deutschlands habe (- 5 Prozentpunkte). 15 Prozent (gegenüber 26 Prozent vor der Bundestagswahl) halten ihn für tatkräftig und entscheidungsfreudig und 11 Prozent (gegenüber 22 Prozent vor der Wahl) haben derzeit den Eindruck, dass er die anstehenden Probleme rechtzeitig erkennt. 49 Prozent (+ 17 Prozentpunkte) verbinden keine der Eigenschaften mit Scholz.

Die SPD-Anhänger halten Scholz mehrheitlich für sympathisch (70 Prozent) und vertrauenswürdig (71 Prozent). Alle anderen Eigenschaften schreibt allerdings auch von den SPD-Anhängern nur eine Minderheit dem künftigen Kanzler zu. Bei den Anhängern der Grünen und insbesondere der FDP fällt das Eigenschaftsprofil von Scholz deutlich schlechter aus als bei den SPD-Anhängern. Bei den Grünen-Anhängern verbinden 36 Prozent, bei den FDP-Anhängern 47 Prozent keine der genannten Eigenschaften mit Olaf Scholz.

Unverändert 11 Prozent der Bundesbürger erwarten, dass Olaf Scholz als Bundeskanzler das Land besser regieren wird als Angela Merkel. 27 Prozent, und damit 7 Prozentpunkte mehr als Anfang November, glauben, Olaf Scholz werde das Land schlechter regieren als seine Amtsvorgängerin. 57 Prozent erwarten in dieser Frage keinen Unterschied. Auch von den SPD-Anhängern glaubt mit 25 Prozent nur eine Minderheit, dass Olaf Scholz ein besserer Kanzler sein wird als Angela Merkel. Von den Anhängern der FDP glauben mit 37 Prozent deutlich mehr, dass Olaf Scholz das Land im Vergleich zu Angela Merkel schlechter regieren wird, als dass er das Land besser regieren wird (6 Prozent).

Schlechte Noten für's Corona-Engagement

Eine große Mehrheit von 68 Prozent der Bundesbürger ist der Meinung, dass Olaf Scholz sich bisher nicht in ausreichendem Maße um die Bekämpfung der Corona-Pandemie gekümmert hat. Nur 17 Prozent halten sein bisheriges Engagement bei der Pandemie-Bekämpfung für ausreichend. Auch eine Mehrheit der Anhänger von SPD (56 Prozent), Grünen (67 Prozent) und FDP (64 Prozent) findet Olaf Scholz' bisheriges Engagement bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie unzureichend.

Wie in der Vorwoche sprechen sich unverändert 73 Prozent der Bundesbürger für eine allgemeine Impfpflicht aus. 25 Prozent sind gegen eine generelle Impfpflicht. Mehrheitlich gegen eine generelle Impfpflicht sind mit 66 Prozent lediglich die AfD-Anhänger.

Auch nach der am vergangenen Donnerstag von Bund und Ländern beschlossenen Verschärfung der Corona-Maßnahmen hält eine Mehrheit von fast zwei Dritteln der Bundesbürger weiterhin einen Lockdown für richtig. Falls die Infektionszahlen weiter steigen sollten, befürworten ihn 65 Prozent der Befragten, einschließlich der Schließung von Geschäften, Clubs und Freizeiteinrichtungen, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen und eines Verbots größerer Veranstaltungen. In der Vorwoche waren es noch 70 Prozent. 32 Prozent sind gegen einen generellen Lockdown auch im Falle weiter steigender Infektionszahlen.

Für viele kommt die Verschärfung der Corona-Regeln zu spät

Die Anhänger von SPD (79 Prozent), Grünen (70 Prozent), Union (72 Prozent) und Linken (66 Prozent) sprechen sich weiterhin mit großer Mehrheit für einen neuerlichen Lockdown aus, falls die Infektionszahlen weiter steigen, während die FDP-Anhänger in dieser Frage weiter gespalten bleiben. 48 Prozent sind für, 51 Prozent sind gegen einen Lockdown. Mit großer Mehrheit von 74 Prozent abgelehnt wird er von den AfD-Anhängern.

Bund und Länder haben sich am vergangenen Donnerstag auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verständigt, darunter weitere Einschränkungen für Ungeimpfte oder die generelle Reduzierung von Großveranstaltungen. 84 Prozent der Bundesbürger meinen, die Corona-Regeln hätten bereits früher verschärft werden müssen. Lediglich 12 Prozent teilen diese Meinung nicht.

Die Daten zu den Parteipräferenzen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag von RTL Deutschland vom 30. November bis 6. Dezember 2021 erhoben. Datenbasis: 2.503 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/-2,5 Prozentpunkte. Die Daten zu Olaf Scholz sowie zu den Corona-Maßnahmen wurden vom 3. bis 6. Dezember 2021 erhoben. Datenbasis: 1.001 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/-3 Prozentpunkte.

Quelle: ntv.de, fni

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