Wirtschaft

"Leichter zu kontrollieren" Mittelstand fordert 2G-Regel in Betrieben

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Vielerorts heißt es bereits: Zutritt nur mit Geimpft- oder Genesenennachweis.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Seit rund einer Woche gilt am Arbeitsplatz die 3G-Regel. Dem Geschäftsführer des Mittelstandverbands geht das nicht weit genug. Er spricht sich dafür aus, dass in den Betrieben nur noch Geimpfte und Genesene ihre Schicht antreten sollten. Uneinigkeit herrscht über die Verschärfungen für den Einzelhandel.

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine 2G-Regel in Betrieben gefordert. "Das ist leichter zu kontrollieren und kostengünstiger als die 3G-Regel", sagte Bundesgeschäftsführer Markus Jerger. "Es würde bedeuten, dass nur wer geimpft oder genesen ist, seinen Arbeitsplatz betreten darf." Vor mehr als einer Woche war die 3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft getreten: Arbeitgeber dürfen Beschäftigten nur Zugang zu Betrieben gewähren, wenn diese geimpft, genesen oder getestet sind.

Jerger sagte, Bund und Länder hätten mit ihren Beschlüssen am Donnerstag angemessen auf die dramatische Corona-Lage reagiert. "Die Politik hat geliefert." Dazu gehöre die Ausweitung der 2G-Regelung auf den Einzelhandel. Allerdings müsse nun Unternehmen, zum Beispiel in Hotellerie und Gastgewerbe, die bereits einem regionalen Lockdown unterliegen, unbürokratisch und schnell geholfen werden.

Frust zum Jahresende?

Der Einzelhandel selbst sieht das anders und kritisierte die 2G-Vorschrift für Geschäfte. "Maskenpflicht und Hygienekonzepte funktionieren, das Einkaufen ist sicher. 2G im Handel macht es den Nicht-Lebensmittelhändlern in ihrer umsatzstärksten Phase unnötig schwer, einen versöhnlichen Jahresausklang in einem durch Corona und große Herausforderungen geprägten Jahr zu finden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, der "Rheinischen Post". "Aufgrund der unvermeidlichen Schlangen vor der Kontrolle der Kundinnen und Kunden im Handel wird die Kundenfrequenz sinken", fügte er hinzu.

Auch aus dem Mittelstandsverband gibt es Kritik an der 2G-Regel im Einzelhandel. In einem offenen Brief an den voraussichtlich künftigen Bundeskanzler Olaf Scholz heißt es: "Abgesehen davon, dass die konsequente Umsetzung der 2G-Regelung nur schwierig zu realisieren und schon gar nicht umfassend zu kontrollieren sein wird, sind auch Geimpfte nicht davon ausgenommen, Virentragende zu sein."

"So schwer es persönlich auch fallen mag, Verständnis für Menschen aufzubringen, die bislang das Impfangebot nicht angenommen haben, so muss man ihnen dennoch zunächst die Chance im Rahmen einer Übergangsfrist geben, den geänderten Bedingungen folgend, die Impfung nachzuholen." Der Mittelstandsverbund verlangte, die Impfangebote deutlich auszuweiten. Die Organisation vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 230.000 mittelständischen Unternehmen, die in rund 310 Verbundgruppen organisiert sind. Dazu zählen etwa Edeka, Rewe, Intersport und Hagebau.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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