Politik

Schlechte Versorgung im Krieg Russische Soldaten essen Hunde

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Für die einen ist der Hund der beste Freund, für die anderen eine Mahlzeit.

(Foto: REUTERS)

Der ukrainische Geheimdienst veröffentlicht immer wieder abgehörte Telefonate russischer Soldaten. Die Gespräche der Besatzer mit ihren Angehörigen offenbaren massive Versorgungsprobleme. Einige haben "die Nase voll von Trockenrationen", andere "nichts zu fressen". Was sie verbindet, ist der Hunger nach Fleisch.

Russische Soldaten haben in der Ukraine offenbar weiterhin mit Versorgungsproblemen zu kämpfen. In einigen Fällen soll es sogar zum Verzehr von Hundefleisch gekommen sein. Das geht unter anderem aus einem abgefangenen Chat eines russischen Soldaten mit einem Bekannten hervor, den der Sicherheitsdienst des Landes, SBU, auf Telegram veröffentlicht hat.

Darin fragt der offenbar in Russland gebliebene Bekannte den Soldaten, wie es ihm gehe, und bekommt als Antwort einen Fluch. Die Russen würden von der ukrainischen Armee "gefickt", beklagt der Soldat und ergänzt: "Wir haben nichts zu fressen, wir essen Hunde." Daraufhin erwidert der Freund, dass im Fernsehen nur "Siege" gezeigt würden.

Der Soldat, der sich nach eigenen Angaben in der besetzten Region Cherson befindet, erklärt, dass die Produkte "einfach nicht geliefert werden können". Wenige Tage später schreibt der Mann im Chat, dass er und seine Kameraden "heute einen Yorkshire Terrier gegessen haben". Daraufhin bittet er seinen Bekannten, ihm Geld für Essen zu leihen, "wenigstens 5000 Rubel" (umgerechnet rund 75 Euro), und bekommt eine Absage. Der Freund schreibt ihm, er sei nach einem Urlaub und der Renovierung der Wohnung pleite.

Lust auf Fleisch

Es ist nicht das erste Mal, dass der ukrainische Sicherheitsdienst ein abgefangenes Gespräch veröffentlicht, in dem es um den Verzehr von Hundefleisch durch russische Soldaten geht. In einem Anfang April veröffentlichen Telefonat wird ein Soldat offenbar von seinem Vater gefragt, ob dieser sich gut ernähre. "Ganz normal", erwidert der Mann und erklärt, vor wenigen Tagen einen Alabai gegessen zu haben. Alabai, auch der Zentralasiatische Owtscharka genannt, ist eine in Deutschland eher unbekannte Hunderasse, die aus Zentralasien stammt.

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Der Vater fragt daraufhin verwundert, ob die Soldaten sonst nichts zu essen hätten. Daraufhin erwidert der Mann: "Doch, wir haben Trockenrationen, haben aber die Nase voll davon." Sie hätten einfach Lust auf Fleisch gehabt. In derselben Aufnahme erzählt der Mann auch einer Frau gut gelaunt davon, dass drei seiner Kameraden ein 16-jähriges Mädchen vergewaltigt hätten.

Der Sicherheitsdienst der Ukraine veröffentlicht immer wieder Mitschnitte abgehörter Telefonate der russischen Besatzer. Seit Beginn der Invasion mehren sich die Berichte über Kommunikationsprobleme bei den Russen. Offenbar haben sie nicht einmal genügend digitale Militär-Funkgeräte und sind öfters auf den Mobilfunk angewiesen.

Quelle: ntv.de

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