Politik

"Vor Hype gewarnt" Schulz spricht über seine Fehler

89828c85d88132e5ab2654e517417d75.jpg

Will Bundeskanzler werden: SPD-Kandidat Martin Schulz.

(Foto: AP)

Nach dem euphorischen Start zu Beginn des Jahres lief es in den vergangenen Wochen eher dürftig für Martin Schulz. Jetzt gibt sich der SPD-Kanzlerkandidat demonstrativ reuig.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zeigt sich dreieinhalb Monate nach seiner Kür selbstkritisch. "Ich hätte früher mit konkreten Inhalten kommen müssen", sagte er der "Zeit". Nach seiner Nominierung habe er zu viel Rücksicht auf die Landtagswahlen genommen, als auf seine Intuition zu hören.

Schulz war vor den Wahlen in Nordrhein-Westfalen von der inzwischen abgewählten SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gebeten worden, seine inhaltliche Profilierung auszusetzen und die Bundespolitik aus dem Wahlkampf herauszuhalten.

Bereits am Montag hatte Schulz indirekt deutlich gemacht, dass er dies inzwischen für einen Fehler hält. "Das war sicher nicht der Punkt, der dazu beigetragen hat, dass ich mein Profil in den letzten Wochen schärfen konnte. Insofern trage ich dafür sicher auch Verantwortung", sagte der Kanzlerkandidat dem ZDF.

Mit Distanz spricht Schulz inzwischen auch über den Hype, den seine Nominierung Anfang des Jahres ausgelöst hat. "Ich habe von Anfang an vor dem Schulz-Hype gewarnt", sagte er der "Zeit". "Ich kann aber nicht ausschließen, dass ich mich selber davon habe beeindrucken lassen."

Nach dem euphorischen Start von Schulz im Januar sieht es nach den drei verlorenen Landtagswahlen inzwischen nicht mehr so gut aus für den Kandidaten und seine Partei. Vier Monate vor der Wahl liegt die SPD in der neuen Forsa-Umfrage nur noch bei 26 Prozent, zwölf Prozentpunkte hinter der Union.

Was die Inhalte betrifft, haben Schulz und die SPD inzwischen aber nachgelegt. In dieser Woche veröffentlichte die Partei einen Entwurf ihres Regierungsprogramms. Die endgültige Version will der Vorstand in der kommenden Woche beschließen. Am 25. Juni soll ein Parteitag darüber abstimmen.

Quelle: ntv.de, cro