Politik

Streit mit Altmaier und Scheuer Schulze: Wasserstoff nicht an Privat-Pkw

Svenja Schulze (SPD), Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Foto: Michael Kappeler/Archiv

Svenja Schulze hält nicht viel von Wasserstoff in Pkw-Tanks.

(Foto: Michael Kappeler/Archiv)

Grüner Wasserstoff gilt als Schlüsselbaustein für eine CO2-arme Zukunft. Mit ihm ließen sich auch normale Pkw mit Brennstoffzelle oder sogar Verbrennungsmotor betreiben. Doch dem erteilt die Umweltministerin aus guten Gründen eine Absage.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze will die klimafreundliche Wasserstoff-Produktion zunächst praktisch ausschließlich für die Industrie einsetzen. Die Kapazitäten seien national und international noch lange begrenzt, sagte die SPD-Politikerin bei einer "Handelsblatt"-Tagung zur Zukunft der Stahlindustrie in Düsseldorf.

Erneuerbaren Wasserstoff gelte es dort einzusetzen, wo er den größten Klimaschutzeffekt habe und dort, wo keine anderen, effizienteren Technologien verfügbar seien. "Priorität hat Wasserstoff für die Industrie." Das sei in erster Linie die Stahl- und Chemieindustrie sowie der See- und Luftverkehr. Das Umweltministerium prüfe Optionen, mit denen sichergestellt werden könne, dass der Wasserstoff zuallererst in den Branchen ankomme und dabei auch bezahlbar sei.

Dagegen wollen Verkehrsministerium und auch das Wirtschaftsressort Wasserstoff auch für den Auto- und Schwerlastverkehr, um dem Verbrennungsmotor noch eine Zukunft zu geben. Gerade beim Pkw setzt Schulze jedoch auf den Elektro-Antrieb. Das Wirtschaftsministerium hat in der "Nationalen Wasserstoffstrategie" die Einsatzmöglichkeiten daher nicht eingeschränkt. Das Papier ist derzeit in der Abstimmung zwischen den Ressorts und soll dann als Regierungsbeschluss vom Kabinett verabschiedet werden. Es gilt als sicher, dass vor allem das Umweltministerium Änderungen einbringen wird.

Die Strategie sieht vor, dass rund ein Fünftel des benötigten Wasserstoffs im Jahr 2030 dann CO2-frei erzeugt wird. Um dem Wasserstoff im Verkehr zum Durchbruch zu verhelfen, ist eine verschärfte Quote für CO2-freie Kraftstoffe vorgesehen. Diese soll bis 2030 bei 20 Prozent liegen und somit höher als von der EU vorgesehen. Unbestimmt bleibt das Konzept bei einem Knackpunkt für die Wasserstoff-Erzeugung aus Strom, die derzeit noch als zu teuer gilt: Man wolle prüfen, ob man staatliche Abgaben hier reformieren könne.

Bundesverkehrminister Andreas Scheuer will hingegen auf EU-Ebene ein neues "Mobilitätspaket" für mehr Klimaschutz im Verkehr voranbringen und dabei verstärkt auch auf Wasserstoff setzen. Der CSU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag: "Wir brauchen grünen Wasserstoff und den Einsatz von Brennstoffzellen. Bei der Elektromobilität brauchen wir die Brennstoffzelle genauso wie die Batterie, um unsere Klimaschutzziele zu erreichen." Fahrzeuge mit Brennstoffzelle tanken Wasserstoff, der dann durch die Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt wird, die einen Elektromotor antreibt.

Quelle: ntv.de, vpe/rts