Demos in mehreren BundesländernSchwesig: "Werden Machtfantasien der AfD stoppen"

Der AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt mobilisiert Gegner der Partei weit über das Bundesland hinaus. Kurz vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gehen Tausende auf die Straße - und Manuela Schwesig verschärft den Ton.
Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt haben Menschen an mehreren Orten in Mecklenburg-Vorpommern demonstriert, um sich gegen die Partei zu positionieren. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sprach zu Demonstranten in Schwerin. "Mecklenburg-Vorpommern ist nicht Sachsen-Anhalt", sagte die SPD-Spitzenkandidatin "Wir werden die Machtfantasien der AfD gemeinsam stoppen. Unser Zuhause bekommt die AfD nicht." In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September ein neuer Landtag gewählt. In den Umfragen liegt die AfD vor der SPD, zuletzt schrumpfte der Abstand jedoch.
Die Lage sei "sehr, sehr ernst", sagte Schwesig. Sachsen-Anhalt zeige, dass die AfD eine reale Chance habe, an die Macht zu kommen. Es sei wichtig, gemeinsam ein Zeichen zu setzen. "Wir alle brauchen einen respektvollen Umgang. Was wir überhaupt nicht brauchen, ist dieser Hass, diese Hetze, diese Zerstörung, die die AfD vorhat", sagte die Ministerpräsidentin. Sie enthüllte zudem ein Wahlplakat, auf dem sie mit dem Slogan "Die Frau gegen Blau" zu sehen ist.
Das Bündnis "Zusammen bewegen" hatte nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in zwölf Orten in MV zu Demos aufgerufen, unter anderem in Rostock, Greifswald, Ludwigslust, Parchim, Neubrandenburg und Neustrelitz. Bis zur Landtagswahl sollen noch mehr Aktionen folgen, wie es in einer Mitteilung heißt. Es ruft dazu auf, für andere Parteien als die AfD zu stimmen. Mecklenburg-Vorpommerns Theater laden vor der Landtagswahl zum gemeinsamen Singen an öffentlichen Orten ein. Demokratie sei kein Zuschauerraum, sondern lebe davon, dass alle ihre Stimme erheben, erklärten die Theater.
"Zäsur für die demokratische Kultur in Deutschland"
Auch in Berlin kam es zu einer großen Demonstration. Etwa 5000 Demonstranten versammelten sich vor dem Brandenburger Tor. Die Polizei sprach von einer "störungsfreien" Demo. Unter den Teilnehmern waren auch Klimaaktivistin Luisa Neubauer und die Spitzenkandidaten der Grünen und der Linken bei der Berlin-Wahl am 20. September.
In Potsdam trafen sich am Abend Hunderte Demonstranten am Alten Markt, um gegen die AfD zu demonstrieren. "Die Möglichkeit einer AfD-geführten Landesregierung in Sachsen-Anhalt erfüllt uns mit großer Sorge", schrieben die Veranstalter des Bündnisses "Potsdam! bekennt Farbe". "Ein solcher Regierungswechsel wäre keine gewöhnliche politische Veränderung, sondern eine Zäsur für die demokratische Kultur in Deutschland."

