Politik

Prioritäten im HeimatbundeslandSchwesig will sich bei SPD-Vorsitz nicht festlegen

16.10.2026, 12:06 Uhr
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Schwesigs Vorgänger, Erwin Sellering, nennt die Ministerpräsidentin eine "Kämpferin". (Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas fällt bei der Suche nach einer neuen SPD-Spitze immer wieder der Name Manuela Schwesig. Die Ministerpräsidentin verweist auf ihren Regierungsauftrag in Mecklenburg-Vorpommern, schließt eine Kandidatur aber nicht ausdrücklich aus. Ihr Vorgänger traut ihr sogar noch mehr zu.

In der Diskussion um die Nachfolge von Bärbel Bas an der SPD-Bundesspitze hat Mecklenburg-Vorpommerns Landesvorsitzende und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bekräftigt, dass sie ihre Prioritäten im Heimatbundesland sieht. "Ich bin am 20. September in Mecklenburg-Vorpommern dafür angetreten, dass ich meine Arbeit als Ministerpräsidentin für Mecklenburg-Vorpommern fortsetze und dafür habe ich ein sehr hohes Vertrauen bekommen, über 35 Prozent der Stimmen", sagte Schwesig in Berlin am Rande der Bundesratssitzung auf die Frage, wann sie entscheide, ob sie als SPD-Vorsitzende antritt.

"Viele Wählerinnen und Wähler haben uns als SPD in MV das Vertrauen ausgesprochen, weil sie sich darauf verlassen, dass ich meine Arbeit als Ministerpräsidentin fortsetze und eine demokratische, stabile Regierung bilde. Und genau das ist mein Auftrag." Aktuell liefen die Koalitionsverhandlungen mit Linken und Grünen. "Deshalb bitte ich alle um Verständnis, dass ich genau das mache, wofür ich angetreten bin", sagte die Politikerin. "Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger."

Bärbel Bas war am Montag von ihren Ämtern als Arbeitsministerin und SPD-Chefin zurückgetreten. In der Debatte um ihre Nachfolge wird immer wieder auch Manuela Schwesig genannt. Die SPD will auf einem Parteitag Mitte Januar ihre Spitze neu wählen.

Sellering traut Schwesig Kanzlerschaft zu

Der ehemalige Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, sieht Nachfolgerin Schwesig sogar zu Höherem berufen. "Ich traue ihr die Kanzlerschaft zu", sagte Sellering der Ostsee Zeitung. Schwesig sei "eine Kämpferin", sagte Sellering. Das habe die Ministerpräsidentin im Wahlkampf gerade erst bewiesen. "Und sie hat ein Gefühl dafür, was den Menschen wichtig ist."

Sellering hatte Schwesig und ihr politisches Talent einst entdeckt. Er holte die Finanzbeamtin - damals Fraktionschefin der SPD in der Schweriner Stadtvertretung - 2008 als Sozialministerin in sein Landeskabinett. Als Sellering 2017 krankheitsbedingt zurücktrat, wurde Schwesig seine Nachfolgerin. Nach der jüngsten Landtagswahl verhandelt sie mit Linken und Grünen über die Bildung einer rot-rot-grünen Koalition im Nordosten.

Quelle: ntv.de, mba/AFP/dpa

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