Politik

Labour-Abgeordnete 2016 ermordet Schwester getöteter Politikerin holt Wahlkreis

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Grund zum Strahlen: Kim Leadbeater hat die Wahl im Bezirk Batley and Spen gewonnen.

(Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

Während des Brexit-Wahlkampfs 2016 wird die britische Abgeordnete Jo Cox auf offener Straße ermordet. In ihrem Wahlkreis feiert nun ihre Schwester einen Erfolg. Bei einer Nachwahl verteidigt Kim Leadbeater für die Labour-Partei den Sitz, den einst Cox innehatte.

Die Schwester der kurz vor dem Brexit-Referendum ermordeten britischen Abgeordneten Jo Cox hat bei einer Nachwahl überraschend für die Labour-Partei einen Wahlkreis verteidigt. Die sozialdemokratische Kandidatin Kim Leadbeater lag laut offiziellem Wahlergebnis mit gerade einmal 323 Stimmen vor ihrem konservativen Tory-Herausforderer Ryan Stephenson, wie britische Medien berichteten.

Nachdem die Tories bei vergangenen Wahlen bereits mehrfach traditionelle Labour-Hochburgen für sich entschieden hatten, war auch bei der Wahl im Bezirk Batley and Spen nach letzten Umfragen mit einem Sieg der Konservativen gerechnet worden.

Die Labour-Abgeordnete Jo Cox war 2016 wenige Tage vor der Abstimmung über den Brexit in ihrem Wahlkreis auf offener Straße von einem Rechtsradikalen ermordet worden. Der Fall hatte international Entsetzen ausgelöst. "Wenn ich nur eine halb so gute Abgeordnete werde wie Jo, weiß ich, dass ich sie stolz machen würde", sagte die frisch gewählte Unterhausabgeordnete Leadbeater.

Rückenwind für Labour-Chef

Der knappe Sieg im nordenglischen Batley and Spen verschafft Labour-Chef Keir Starmer, der sich über ein "fantastisches Ergebnis" freute, etwas Rückenwind. Im Fall einer Niederlage in dem seit 1997 von Labour vertretenen Wahlkreis hätte der unter Druck stehende Parteivorsitzende um sein Amt fürchten müssen.

Bei Regionalwahlen im Mai hatte die Labour-Partei bereits schmerzhafte Verluste in vielen Regionen hinnehmen müssen. Trotz der durchwachsenen Bilanz der Tory-Regierung von Premier Boris Johnson im Hinblick auf Brexit, Corona und etliche interne Skandale gelingt es der Opposition derzeit selten, an Boden zu gewinnen.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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