Politik

Keine Chance auf Freilassung Mörder von Jo Cox muss lebenslang in Haft

191ce3456afe7fb47d6315157bb3b7c4.jpg

Jo Cox hat in beiden politischen Lagern Schock ausgelöst.

(Foto: AP)

Auf dem Höhepunkt des Brexit-Wahlkampfs attackiert ein fanatischer Anhänger eines EU-Austritts Großbritannien die Labour-Politikerin Cox. Nach Schüssen und Stichen stirbt die 41-Jährige. Jetzt fällt das Urteil gegen den Täter.

Fünf Monate nach der Ermordung der britischen Abgeordneten und Brexit-Gegnerin Jo Cox hat das Londoner Strafgericht den 53-jährigen Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt. Die zwölf Geschworenen einigten sich bereits nach knapp zweistündiger Beratung auf das Urteil. Der Mann habe wegen "besonderer Schwere" der Tat keine Chance auf Freilassung, hieß es. Die Staatsanwaltschaft hatte den Täter Thomas Mair als rechtsradikalen Extremisten bezeichnet.

Das Verbrechen nur eine Woche vor dem historischen EU-Referendum vom 23. Juni hatte die Briten zutiefst schockiert. Die 41 Jahre alte Labour-Abgeordnete hatte sich für einen Verbleib Großbritanniens in der EU stark gemacht - die Behörden sprachen bereits zu Beginn von einer politischen Tat.

Labour-Parteichef Jeremy Corbyn nannte die Tat "ein Angriff auf die Demokratie". Cox war während einer Bürger-Sprechstunde in ihrem Wahlkreis in der Nähe von Leeds attackiert worden. Der Angreifer rief "Britain first" (Großbritannien zuerst), gab mehrere Schüsse ab und stach zudem auf sein Opfer ein. Ein 77-Jähriger Mann, der Cox zu Hilfe kommen wollte, wurde zudem schwer verletzt.

Brexit-Schlacht pausierte kurzzeitig

Bei einer ersten gerichtlichen Vernehmung sagte der Angeklagte auf die Frage, wie er heiße: "Tod den Verrätern, Freiheit für Großbritannien." Zu der Tat oder den Motiven äußerte er sich nicht. Der Mann soll in seiner Wohnung Nazi-Andenken gehortet haben.

Der Brexit-Wahlkampf war nach dem Mord an Cox vorübergehend ausgesetzt worden. Es gab Vorwürfe, die aufgeheizte Stimmung habe die Tat begünstigt. Führende Politiker riefen zur Mäßigung auf; es dürfe keinen Hass und keine Ausgrenzung in der politischen Debatte geben.

Cox hatte sich vor allem auch für die Rechte von Flüchtlingen eingesetzt - Einwanderung war eines der Hauptthemen im Brexit-Wahlkampf. Bei dem historischen Referendum Ende Juni votierten die Briten mit fast 52 Prozent dafür, aus der Europäischen Union auszutreten.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa

Mehr zum Thema