Politik

"Wir müssen etwas tun" Seehofer will irreguläre Migration begrenzen

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Abgeriegelt: ein Flüchtlingscamp an der serbisch-unagrischen Grenze.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Vergangenes Jahr stellten nur etwas mehr als 100.000 Menschen in Deutschland einen Asylantrag - dennoch sieht Innenminister Seehofer beim Thema Migration neuen Handlungsbedarf. Er ist sich sicher, dass die Zuwandererzahl wieder steigen wird. Welche Maßnahmen ihm vorschweben, sagt er nicht.

Bundesinnenminister Horst Seehofer ist mit den Ergebnissen der deutschen Migrations- und Flüchtlingspolitik zufrieden, rechnet jedoch mit neuen Problemen. "Es zeichnet sich aber ab, dass die Migrationszahlen wieder deutlich steigen, insbesondere auf der Balkanroute", sagte der CSU-Politiker. "Darüber werde ich mit meiner Fraktion reden. Wir müssen etwas tun, damit wir nicht wieder in bedenkliche Größenordnungen kommen."

Nach der Bildung der nächsten Bundesregierung will sich der 71-Jährige aus der aktiven Politik zurückziehen. "Ich bin überzeugt, dass das Thema Migration auch bei meiner Amtsübergabe noch aktuell sein wird", fügte er hinzu. In der Vergangenheit habe es für den Zuzug von Flüchtlingen immer dann eine breite Akzeptanz der Bevölkerung gegeben, wenn pro Jahr nicht mehr als 200.000 aufgenommen worden seien. "Wenn es deutlich mehr wurden, sind gesellschaftliche und politische Probleme entstanden."

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Dies habe Parteien wie den Republikanern genutzt - "auch die AfD hat das 2015 zu ihrem Thema gemacht". Im vergangenen Jahr war für 102.581 Ausländer erstmals ein Asylantrag in Deutschland gestellt worden. Darunter waren 26.520 Anträge auf Schutz, die in Deutschland geborene Kinder im Alter von unter einem Jahr betrafen. 2019 waren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 142.509 Asylerstanträge eingegangen.

Pro Asyl hatte im vergangenen Januar kritisiert, "diese geringen Zugangszahlen sind eine Folge der rigorosen Grenzabriegelung Europas". Die griechisch-türkische Landgrenze, die ungarische und kroatische EU-Außengrenze seien systematisch abgeriegelt worden.

Quelle: ntv.de, jug/dpa

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