Politik

Darauf ein Fläschchen Gin Selbst gegen den Salat hat Liz Truss verloren

Eine britische Boulevardzeitung wettet am 14. Oktober, dass ein Salatkopf länger durchhalten wird als die britische Premierministerin. Das Blatt behält recht: Liz Truss tritt vier Tage vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums zurück.

Die britische Premierministerin Liz Truss hat eine Wette verloren, die sie selbst gar nicht abgeschlossen hat: Ein von der Boulevardzeitung "Daily Star" gegen Truss ins Rennen geschickter Salatkopf aus dem Supermarkt hat länger durchgehalten als sie.

Die konservative Politikerin erklärte am Donnerstag ihren Rücktritt. Sie brach damit einen Rekord: Seit 300 Jahren war kein Premierminister kürzer im Amt. Bislang hielt George Canning diesen Titel - er amtierte 1827 für knapp vier Monate, bevor er starb. Wie Truss war Canning ein Tory, und wie sie hatte er mit einer gespaltenen Partei zu kämpfen.

Der "Daily Star" hatte die Wette mit dem Salatkopf am 14. Oktober ins Leben gerufen und dafür einen Youtube-Kanal eingerichtet, der ein Foto von Truss neben dem Salatkopf zeigte. Die Aktion illustriert das Ausmaß der Verachtung, mit dem die Politikerin zu kämpfen hatte. "Welcher nasse Salat wird länger durchhalten?", fragte die Zeitung damals auf ihrer Titelseite; "nasser Salat" heißt im Deutschen so viel wie "Schwächling" oder "Waschlappen". Dem Blatt zufolge hatte der Salatkopf eine Mindesthaltbarkeit von zehn Tagen. Er sieht zwar mittlerweile nicht mehr ganz frisch aus, hätte aber noch bis zum kommenden Montag durchgehalten.

In den Umfragen abgestürzt

Nach Truss' Rücktritt wurden auf dem Youtube-Kanal unter anderem die britische Nationalhymne und "Celebration" von Kool & The Gang gespielt. Der Salat erhielt zudem ein Krönchen, eine Tasse mit der Aufschrift "Keep Calm and Carry on" wurde durch ein Sektglas ersetzt und im Hintergrund lief eine Lichtshow. Später kamen auch noch ein Flachmann mit Gin sowie eine Flasche Wein dazu, beide leer.

Mehr zum Thema

In einer ersten Reaktion auf Truss' Rücktrittserklärung forderte Labour-Chef Keir Starmer sofortige Neuwahlen. Die Konservativen hätten gezeigt, "dass sie kein Mandat mehr zum Regieren haben".

Bereits seit der Amtszeit von Truss' Vorgänger Boris Johnson befinden sich die britischen Konservativen in einer tiefen Krise. Die 47-Jährige hatte ihr Amt in einer Urabstimmung mit 57,4 Prozent gewonnen. In den Umfragen sind die Konservativen abgestürzt, bereits seit Ende 2021 liegen sie in allen Erhebungen hinter der oppositionellen Labour-Party. Dramatisch vergrößert hat sich der Abstand allerdings erst in den letzten Wochen. Letzte Umfragen sehen Labour über 50 Prozent, die Tories nur noch bei bis zu 23 Prozent.

Quelle: ntv.de, hvo

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