Politik

UNESCO-Ausschluss gefordert Selenskyj: Russland vernichtet Kulturstätten

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Eine zerstörte Kirche in der Region Donezk. "Die UNESCO ist kein Platz für Barbaren", sagte Selenskyj.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

In einer Videoansprache erneuert der ukrainische Präsident Selenskyj seine Forderung, Russland die Mitgliedschaft in der UNESCO zu entziehen. Er begründet das mit Angriffen, die auf das historische Erbe seines Landes abzielten. So seien etwa Dutzende Kirchen beschädigt worden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland in seinem Krieg eine massive Zerstörung von Kulturdenkmälern, Kirchen und anderen religiösen Stätten vorgeworfen. Das sei Grund genug, das Land aus der UNESCO, der Kultur- und Bildungsorganisation der Vereinten Nationen, auszuschließen, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache in Kiew. 113 Kirchen seien bereits zerstört oder beschädigt worden.

Schon Ende Mai hatte er den Ausschluss Russlands aus der UNESCO verlangt. Seit Beginn des Krieges am 24. Februar habe Russland bereits mehr als 2500 Raketen auf die Ukraine abgefeuert, klagte Selenskyj. "Unsere Helden halten die Stellung und tun alles, um dem Feind maximale Verluste zu verursachen."

Mit Blick auf den Schwerpunkt der Kämpfe im Donbass in der Ostukraine meinte der Staatschef, es werde der Tag kommen, an dem Russland das Gebiet in Ruhe lassen werde. Dafür sei nur der Befehl eines Menschen entscheidend, sagte er, ohne Kremlchef Wladimir Putin in Moskau beim Namen zu nennen. Russland sei ein "Terrorstaat", der mit seiner Artillerie das historische Erbe zerstöre. "Die UNESCO ist kein Platz für Barbaren."

Kirche in Brand gesetzt?

In gleich zwei Videobotschaften warf Selenskyj russischen Streitkräften vor, eine große Holzkirche in Swjatohirsk (Swjatogorsk) beschossen und in Brand gesetzt zu haben. Auf Bildern war zu sehen, dass das Bauwerk mit den Zwiebeltürmen lichterloh brannte. Das russische Verteidigungsministerium wies die Vorwürfe zurück und beschuldigte die ukrainischen Streitkräfte, selbst geschossen zu haben.

Die ukrainisch-orthodoxe Kirche, die das Moskauer Patriarchat zu seinem Einflussbereich zählt, teilte mit, dass es einen Brand wegen Kriegshandlungen gegeben habe. Selenskyj forderte die Kirche auf, sich komplett loszusagen von Moskau. Er sagte, dass Zivilisten in der Klosteranlage Zuflucht gesucht hätten. "Trotzdem beschießt die russische Armee das Kloster wie den gesamten Donbass."

Er sagte auch, dass am Mittwoch dort bei Beschuss vier Menschen getötet worden seien. Bereits Ende März hatten die Behörden mitgeteilt, dass das Erzkloster Mariä-Entschlafung teilweise zerstört worden sei. Es gehört zu den heiligsten Klöstern der russischen Orthodoxie.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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