Politik

Fühlt sich von Trump verratenSelenskyj: Ukraine verliert mit den USA einen starken Partner

14.10.2026, 19:55 Uhr
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Wolodymyr Selenskyj sieht sein Land unter Druck. (Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

Präsident Selenskyj macht sowohl US-Präsident Trump als auch Tech-Milliardär Musk schwere Vorwürfe. In einem Interview spricht er über den Diesel-Deal und die Drosselung des US-Kommunikationssystems Starlink. Trump sieht er auf der "falschen Seite der Geschichte".

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fühlt sich und sein Land von US-Präsident Donald Trump im Stich gelassen. In einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan sagte Selenskyj auf die Frage, ob er sich von den USA verraten fühle: "Ja." Es gehe aber um mehr als seine eigenen Emotionen. "Unser Land muss überleben."

Über den Diesel-Deal von Trump mit Russlands Präsident Wladimir Putin sagte Selenskyj: "Es ist bedauerlich, dass wir einen starken Partner verlieren." Die Ukraine habe keine Schuld an dieser Entwicklung. "Wir können nicht schwach sein, ansonsten können wir nicht überleben." Trump hatte Selenskyj wiederholt aufgefordert, die Angriffe auf russische Ölinfrastruktur einzustellen. "Wir werden unser Land nicht verkaufen", betonte der ukrainische Staatschef. Es gehe nicht ums Geschäft, sondern ums nackte Überleben für die Ukraine. Deswegen sei es schmerzhaft, dass Präsident Trump sich für die andere Seite entschieden habe.

Selenskyj stellte die Vermutung an, dass Trumps Berater ihn auf die "falsche Seite der Geschichte" drängen würden. Außerdem warf er dem Tech-Milliardär und Trump-Verbündeten Elon Musk vor, durch die Drosselung des US-Satelliten-Kommunikationssystems Starlink für den Tod vieler Ukrainer verantwortlich zu sein. "Wir verstehen, was passiert", sagte Selenskyj. "Sie haben es abgestellt." Auf die Nachfrage, ob Menschen in seinem Land wegen der Entscheidung von Musk sterben, sagte Selenskyj: "Natürlich!" Er hoffe, dass der Starlink-Betrieb bald wieder vollumfänglich laufe.

Der US-Unternehmer Musk verwies wenig später darauf, dass der Satellitennetzwerk Starshield Eigentum der US-Regierung sei und von dieser auch kontrolliert werde. Jegliche Beschränkungen bei Geschwindigkeit oder Nutzung werde vom US-Militär und letztlich vom US-Präsidenten festgelegt, erklärte Musk. Starshield ist der militärische Teil des Satellitennetzwerks, dessen ziviler Arm "Starlink" heißt. Zu Starlink sagt Musk, dieses System sei auf zivile oder defensive Aktivitäten beschränkt und könne nicht für offensive militärische Zwecke genutzt werden.

Zuvor hatte der Technologieberater des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Serhij Beskrestnow, erklärt, dass der Betrieb von Starlink in der Nacht zum Mittwoch stark eingeschränkt gewesen sei. Dies habe zum Scheitern ukrainischer Angriffe geführt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte nach russischen Angriffen in der Nacht, sein Land sei von den Verbündeten "wieder einmal" nicht rechtzeitig gewarnt worden. Ein weiterer ukrainischer Regierungsvertreter sagte, die Starlink-Störung helfe Russland.

Die Ukraine ist in ihrem Abwehrkampf gegen russische Angriffe stark auf westliche Geheimdienstinformationen angewiesen, insbesondere aus den USA. Medienberichten zufolge hatte Washington damit gedroht, die Übermittlung dieser Informationen einzustellen. Das vom Konzern SpaceX des US-Milliardärs Elon Musk betriebene Starlink-System nutzt die ukrainische Armee wiederum für ihre Kommunikation an der Front. Musk hat seine Haltung gegenüber der Ukraine seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs vor mehr als viereinhalb Jahren mehrfach geändert.

Ein US-Regierungsvertreter bestritt, dass sich die Position Washingtons gegenüber Kiew in Bezug auf den Austausch von Geheimdienstinformationen verändert habe. Nato-Generalsekretär Mark Rutte bestätigte, US-Präsident Donald Trump habe versichert, dass der Austausch der Informationen nicht gestoppt worden sei.

Quelle: ntv.de, dsc/AFP

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