Politik

Während der FrostperiodeSelenskyj und US-Botschaft warnen vor großangelegten Angriffen

08.01.2026, 21:48 Uhr
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Ein-Wohnhaus-brennt-nach-einem-russischen-Angriff
Nach einem russischen Angriff auf Selenskyjs Geburtsstadt Krywyj Rih brennen Häuser. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

In der Ukraine sollen die Temperaturen in den nächsten Tagen unter den Gefrierpunkt sinken. Der ukrainische Staatschef Selenskyj geht davon aus, dass Moskau die Witterung für heftige Attacken nutzen wird. Auch die US-Botschaft spricht eine deutliche Wahrung aus.

Die Ukraine richtet sich nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj auf noch heftigere russische Luftangriffe in der gegenwärtigen Frostperiode ein. "Es gibt Informationen, dass es heute Nacht einen neuen massiven russischen Angriff geben könnte", warnte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. Die Bürger sollten unbedingt auf Luftalarm achten und sich in Schutzräume flüchten.

"Russland setzt derzeit mehr auf den Winter als auf Diplomatie, auf ballistische Raketen gegen unsere Energieversorgung und nicht auf Arbeit mit Amerika und Vereinbarungen mit Präsident Trump", sagte Selenskyj. Auch die US-Botschaft in der Ukraine hat vor einem möglichen Luftangriff auf die Ukraine in den kommenden Tagen gewarnt. Die entsprechende Sicherheitswarnung ist auf der Website der Botschaft veröffentlicht. "Die US-Botschaft in Kiew hat Informationen über einen möglicherweise bedeutenden Luftangriff erhalten, der jederzeit in den nächsten Tagen erfolgen kann", heißt es in der Erklärung.

Die Temperaturen sollen in der Ukraine ab Freitag fast überall unter den Gefrierpunkt sinken. In Kiew und im nördlichen Teil des Landes werden auf Tage zehn Grad Frost und mehr herrschen. Damit wächst der Druck auf die ohnehin schwer angeschlagene Versorgung mit Strom, Wärme und Wasser. Das Gebiet Dnipropetrowsk durchlebt nach einem Angriff aus der Nacht zum Donnerstag bereits den schlimmsten Blackout in fast vier Jahren Krieg.

Der Präsident sagte, er habe mit Regierungschefin Julija Swyrydenko besprochen, dass Schulen, Büros und nicht überlebenswichtige Einrichtungen den Betrieb in den kommenden zwei Wochen einschränken könnten.

Selenskyjs Geburtsstadt erneut angegriffen

Indes ist die südukrainische Industriestadt Krywyj Rih, Geburtsstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj, nach örtlichen Angaben von Russland erneut mit Raketen attackiert worden. "Die verdammten Mistkerle haben zwei ballistische Iskander-Raketen auf Mehrfamilienhäuser abgefeuert", schrieb Bürgermeister Oleander Wilkul auf Telegram. Es gebe Opfer, teilte er ohne nähere Angaben mit. Medienberichte gingen von zahlreichen Verletzten aus.

Unabhängige Bestätigungen für den Einsatz der Boden-Boden-Rakete Iskander gab es nicht. Die ukrainische Flugabwehr ist gegen diese Mittelstreckenraketen mit kurzer Vorwarnzeit in den meisten Fällen machtlos.

Krywyj Rih war bereits am Vorabend wie die Großstädte Saporischschja und Dnipro beschossen worden. Die Treffer legten in der wichtigen Industrieregion am Fluss Dnipro die Stromversorgung flächendeckend lahm. In der Region Dnipropetrowsk waren am Donnerstag noch etwa 600.000 Verbraucher von Strom und Wasser abgeschnitten. Der Bürgermeister der Stadt Dnipro, Borys Filatow, sprach von einer Notlage nationalen Ausmaßes.

Quelle: ntv.de, gut/dpa

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