Politik

Umfrage zu Bildungs-Wünschen Sexuelle Belästigung als Unterrichtsthema

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Könnten die Themen sexuelle Belästigung oder die Gleichstellung von Frau und Mann bald zum Unterrichtsgegenstand werden?

(Foto: picture alliance / Sebastian Gol)

Erwachsene und Jugendliche sind sich einig: Sexuelle Belästigung muss im Unterricht thematisiert werden. Außerdem soll es schon in Bildungseinrichtungen vor der Schule um Geschlechterunterschiede gehen.

Die Mehrheit der Deutschen befürwortet einer Umfrage zufolge die Behandlung des Themas sexuelle Belästigung in den Schulen. Wie aus dem in München veröffentlichten Bildungsbarometer des Wirtschaftsforschungsinstituts ifo hervorgeht, sehen 45 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer sexuelle Belästigung in Deutschland als ernsthaftes Problem. Jeweils drei Viertel der Befragten sind dafür, dass im Schulunterricht Themen wie Gleichstellung, Gewalt von Männern gegenüber Frauen und sexuelle Belästigung behandelt werden.

68 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer befürworten es außerdem, wenn bereits in Kindergärten darauf geachtet würde, keine geschlechtsspezifischen Rollenbilder zu vermitteln. So können zum Beispiel Bücher verwendet werden, in denen Frauen und Männer gleichermaßen dieselben Hausarbeiten verrichten.

Hinzu kommt, dass mehr als die Hälfte der Befragten dafür ist, dass Lehrkräfte in ihrer Aus- und Fortbildung lernen, wie sie im Unterricht besser auf Geschlechterunterschiede eingehen können. Getrennten Unterricht für Jungen und Mädchen in Mathematik und Sprachen sowie den Ausbau von getrennten Schulen lehnt die deutliche Mehrheit hingegen ab.

Die meisten würden sich indes wünschen, dass der Frauenanteil in IT-Berufen und der Männeranteil in Pflegeberufen steigen. In Deutschland liegt der Frauenanteil in IT-Berufen wie Informatik oder Programmierung derzeit bei etwa 16 Prozent, der Männeranteil in Pflegeberufen bei etwa 17 Prozent. Befragt wurden für das Bildungsbarometer insgesamt mehr als 4000 Erwachsene.

Schulnoten sollen bleiben

Erstmals befragte das ifo-Bildungsbarometer auch tausend Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren. Auch hier ist eine deutliche Mehrheit der Mädchen und der Jungen dafür, dass Themen wie Gleichstellung von Mann und Frau, Gewalt und sexuelle Belästigung im Unterricht behandelt werden.

Außerdem sind die Jugendlichen ähnlich wie die Erwachsenen demnach mehrheitlich für die Einführung von deutschlandweit einheitlichen Abschlussprüfungen, für einheitliche Vergleichstests in verschiedenen Jahrgangsstufen, gegen die Abschaffung von Schulnoten und für Klassenwiederholungen bei schlechten Leistungen. Im Gegensatz zu den Erwachsenen würden die Jugendlichen aber eher zusätzliche Lehrmittel anschaffen als Klassen zahlenmäßig verkleinern.

Quelle: ntv.de, psa/AFP

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