Politik

"Urlauber-Tests nicht begrenzen" Söder fordert einheitliche Corona-Regeln

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Bayern sei "grundlegend skeptisch", so Markus Söder.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Der bayerische Ministerpräsident warnt vor weiteren Lockerungen der Corona-Regeln. Die geplante Einschränkung bei den Tests für Rückkehrer aus dem Ausland hält er für "nicht durchdacht". Es gebe "keinen Anlass zur Panik, aber zu großer Besorgnis".

Zwei Tage vor einer Video-Konferenz der Länder-Regierungschefs mit der Bundeskanzlerin hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ein einheitliches Vorgehen bei den Corona-Regeln angemahnt. "Die Zahlen sind besorgniserregend", sagte der CSU-Politiker in einer Videobotschaft auf Twitter.

Es drohe eine ähnliche Entwicklung wie im März und April. "Deswegen müssen wir jetzt umso besorgter sein. Es geht jetzt nicht, die Zügel weiter zu lockern, sondern die Zügel etwas anzuziehen", so Söder weiter. Vor allem ostdeutsche Ministerpräsidenten lehnen eine Verschärfung der Regeln ab, weil die Fallzahlen in ihren Bundesländern geringer sind.

Söder forderte dagegen "einheitliche Regelungen in Deutschland", zumindest aber eine Untergrenze bei Maßnahmen wie einem Bußgeld für Verstöße gegen die Maskenpflicht. Zugleich sprach er sich gegen weitere Lockerungen und ein "konsequentes Vorgehen" aus. "Wenn eine Quarantäne verordnet ist und jemand verstößt dagegen, dann braucht es auch da höhere, empfindliche Strafen."

"Es wird keine leichte Zeit", sagte Söder. Er habe immer davor gewarnt, dass der Urlaub ein Risiko ist. "Viele haben sich großartig verhalte, einige wenige nicht. Jetzt müssen wir mit der Situation zurechtkommen und nach vorne schauen. Es gibt keinen Anlass zur Panik, aber zu großer Besorgnis."

Söder will Tests für Urlauber nicht begrenzen

Im Bayerischen Rundfunk lehnte Söder die von den Gesundheitsministern von Bund und Ländern vorgeschlagenen Einschränkungen bei den Corona-Tests für Reiserückkehrer ab. "Bayern will das nicht", sagte er. Die Urlaubsrückkehrer ließen "gepaart mit einem großen Leichtsinn" überall in Deutschland das Infektionsgeschehen ansteigen. Mitte September stünden in einigen Bundesländern bereits wieder Herbstferien vor der Tür, warnte Söder. Die Überlegung, Tests abzuschaffen oder zu begrenzen, halte er "für nicht durchdacht".

Auch das Argument, die Testkapazitäten seien jetzt ausgeschöpft, greife nicht. Denn es sei noch fast ein Viertel der Kapazitäten frei. Quarantäne plus Tests seien "eine wichtige Sicherheit", zeigte sich der bayrische Ministerpräsident überzeugt. Bayern sei "grundlegend skeptisch", sagte er mit Blick auf die Vorschläge.

Gesundheitsminister sind sich einig

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich am Montag für neue Vorgaben bei den Corona-Tests ausgesprochen. Bei der Einreise aus einem Corona-Risikogebiet soll grundsätzlich eine 14-tägige Quarantänepflicht bestehen. Die Quarantäne soll frühstens fünf Tage nach der Einreise durch ein negatives Testergebnis beendet werden können.

Die Möglichkeit, sich bei der Einreise aus einem Nicht-Risikogebiet kostenlos testen zu lassen, soll beendet werden. Die Beschlüsse der Gesundheitsminister sind Grundlage für die Gespräche von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder am Donnerstag. Sie wollen in einer Videokonferenz das weitere Vorgehen in der Coronakrise beraten.

Quelle: ntv.de, hvo/mdi/AFP

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