Politik

"Lieber Kernenergie als Kohle" Söder für eine halbe Dekade Atomkraft

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Das Atomkraftwerk Isar 2 im niederbayerischen Essenbach soll Ende des Jahres abgeschaltet werden. Söder hält eine Laufzeitverlängerung für möglich.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Überfall Russlands auf die Ukraine wirbelt die deutsche Energiepolitik gehörig durcheinander. Bundeswirtschaftsminister Habeck lässt derzeit mögliche Auswege prüfen. Bayerns Ministerpräsident Söder sieht nur einen Weg, sowohl unabhängig als auch klimabewusst zu bleiben.

Angesichts steigender Energiekosten als Folge des russischen Krieges in der Ukraine und gleichzeitiger Sorgen um Klimaschutzpläne hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder offen gezeigt, für einen befristeten Zeitraum wieder Atomenergie zu nutzen. "Wenn man sich unabhängiger machen will und trotzdem den Klimaschutz nicht völlig aufgeben will, dann ist die Kernenergie eine Option", sagte der CSU-Politiker in München nach einer Kabinettssitzung.

Er brachte ins Gespräch, diese für drei bis fünf Jahre wieder einzusetzen. "Wir sind wirklich keine Anhänger der Kernenergie mehr", sagte Söder. "Aber lieber Kernenergie für drei bis fünf Jahre, als Kohle zu verlängern." Damit seien CO2-Ziele erreichbar, zugleich ergebe sich eine extrem große Sicherheit.

Söder bezog sich auf Äußerungen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, der in einem Interview vom Mittwoch eine längere Laufzeit auch von Kohlekraftwerken für denkbar erklärt hatte. "Es gibt keine Denktabus", hatte der Grünen-Politiker gesagt. Der bayerische Ministerpräsident forderte, langfristig und nachhaltig zu planen.

Gaspreis schon vor Kriegsausbruch Inflationstreiber

Russland ist ein wichtiges Herkunftsland von Rohstoffen. Der Ukraine-Krieg wirkt sich deshalb auch auf die Energiemärkte aus und heizte zuletzt Debatten über eine energiepolitische Neuausrichtung an.

Schon vor dem russischen Angriff auf die Ukraine legte der Gaspreis in den vergangenen Monaten deutlich zu. Dies trieb auch in Deutschland die Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher und die Inflationsrate in die Höhe.

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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