Politik

Nach Kurzreise von Italienern Söder will "Impftourismus" unterbinden

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Der bayerische Ministerpräsident fordert nach der dubiosen Impf-Reise von rund 100 Italienern Aufklärung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Für eine der begehrten Corona-Schutzimpfungen nach Deutschland und wieder zurück: Rund 100 Mitarbeiter eines italienischen Hotels haben eine solche Reise unternommen. Der Arzt behauptet, die Bundesregierung sei an der Sache beteiligt. Bayerns Ministerpräsident Söder will solche Trips künftig verhindern.

Nach der Impfung von italienischen Hotel-Mitarbeitern in Deutschland hat sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder gegen einen "Impftourismus" ausgesprochen und Aufklärung verlangt. "Ich habe da große Bauchschmerzen, wenn so was stattfindet", sagte Söder. "Wir wollen keinen Impftourismus nach Deutschland."

Hintergrund war eine Kurzreise von etwa 100 Hotel-Mitarbeitern im Mai von Sardinien nach Bayern. Nach Medienberichten wurden die Beschäftigten der italienischen Ferienanlage Forte Village eingeflogen und am Münchner Flughafen geimpft. Nach einem kurzen Aufenthalt flog die Gruppe dann wieder zurück. Ein Münchner Arzt bestätigte später, an der Impfaktion beteiligt gewesen zu sein und behauptete bei dem italienischen Fernsehsender Rai, die Initiative sei von der Bundesregierung ausgegangen.

Das Forte Village dementierte eine Beteiligung der Bundesregierung jedoch. "Die deutsche Regierung hat die Impfungen unserer Angestellten nicht organisiert", erklärte eine Sprecherin des Hotels. Das Bundesgesundheitsministerium hat die Aussagen des Arztes zurückgewiesen, wie der "Spiegel" und die "Süddeutsche Zeitung" berichteten.

Söder sagte, solche Fälle dürften sich nicht häufen. Es gebe genug Menschen, die nach wie vor auf eine Impfung warten. "Das muss geklärt werden und auch mit Regeln versehen werden, dass es nicht wieder passiert", sagte der Ministerpräsident. Unklar ist bei der Impfaktion weiterhin, woher die für die italienischen Hotel-Mitarbeiter verwendeten Impfdosen stammen. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns untersucht nach eigenen Angaben den Fall.

Quelle: ntv.de, spl/dpa

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