Politik

"Kompetenz, Kraft und Stärke"Söder will Ukraine dauerhaft militärisch an Europa binden

19.05.2026, 16:56 Uhr
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Söder bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten Selenskyj in München im Februar 2026. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

CSU-Chef Markus Söder zeigt sich beeindruckt vom ukrainischen Kampf- wie Innovationsgeist bei der Verteidigung gegen die Invasoren aus Russland. Er würde das Land gerne militärisch eng verknüpft mit der EU sehen - auch aus Eigennutz hinsichtlich getätigter Unterstützungsleistungen.

Die Europäische Union sollte die Ukraine nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder militärisch eng mit den europäischen Verteidigungsstrukturen verknüpfen. "Die Europäische Union hat ja untereinander auch einen militärischen Beistandspakt", sagte der bayerische Ministerpräsident nach einer Sitzung seines Kabinetts vor Journalisten in München. "Es wäre eine gute Idee, wenn man überlegen würde, die Ukraine dauerhaft auch militärisch an Europa zu binden. Denn die Kompetenz, Kraft und Stärke und auch die Finanzierungsleistung, die Europa und auch Deutschland gemacht hat, sollte nicht verloren gehen."

Söder lobte die militärische Stärke der Ukraine im Krieg mit Russland. Es sei auffällig, dass sie sich "entgegen mancher Prognosen unglaublich stark hält, mittlerweile sogar militärisch fast auf Augenhöhe operiert und insbesondere mit neuen Taktiken, neuen Strukturen und selbst erzeugten Waffensystemen zum Teil sogar den Geldgebern wieder zeigt, wie man eine moderne Armee unter solch einem Druck auch entsprechend generieren kann".

Nato- oder EU-Beitritt nicht in Aussicht

Im Februar 2022 hatte Russland die Ukraine angegriffen, seither befinden sich beide Länder im Krieg. Der Ukraine gelingt es immer wieder, Russland etwa mit eigenen Drohnen zu attackieren.

Ein Eintritt der Ukraine in die Nato sei wegen der Zurückhaltung der USA schwierig, der Eintritt in die EU ein "sehr langer Weg, weil es da unglaublich viele Fragen gibt", so Söder weiter. Daher sei eine Anbindung der Ukraine - wie auch der Türkei - als derzeit größte Armeen in Europa an die europäischen Verteidigungsstrukturen "sehr sinnvoll". Generell sei es zudem weiterhin richtig, dass Deutschland die Ukraine unterstützte, auch wenn nicht absehbar sei, wann der Krieg zu einem Ende komme.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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