Attacke im GazastreifenSohn des Hamas-Anführers stirbt bei israelischem Luftangriff

Chalil Al-Hajja befürwortet die Angriffe der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 mit mehr als 1200 Toten. In dem daraus folgenden Krieg sterben diverse Mitglieder seiner Familie. Mittlerweile befindet sich der 65-Jährige an der Spitze der Terrororganisation - und muss einen weiteren Verlust hinnehmen.
Bei einem israelischen Luftangriff ist ein Sohn des Hamas-Chefunterhändlers für den Gazastreifen nach Angaben der radikalen Islamisten getötet worden. Assam Al-Hajja sei seinen Verletzungen erlegen, die er bei einem Angriff am Mittwochabend erlitten habe, sagte der hochrangige Hamas-Vertreter Basim Naim. Das israelische Militär reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Der Vater des Getöteten, Chalil Al-Hajja, leitet für die Hamas die von den USA vermittelten Verhandlungen mit Israel über die Zukunft des Gazastreifens. Der siebenfache Vater hat in den vergangenen Jahren schon drei seiner Söhne bei israelischen Angriffen verloren.
Israel hat bereits mehrfach erfolglos versucht, Chalil Al-Hajja selbst zu töten. Im vergangenen Jahr überlebte der im Exil lebende Hamas-Funktionär einen Angriff in Doha, bei dem auch einer seiner Söhne starb. Die anderen beiden Söhne wurden bereits früher getötet. Medienberichten zufolge starben bei den diversen Angriffen auch mehrere andere Familienmitglieder, darunter seine Frau.
Laut dem Sender Al-Dschasira soll es am Mittwoch in Gaza-Stadt zu dem israelischen Luftangriff gekommen sein. Bevor der Tod seines vierten Sohnes öffentlich wurde, erhob Chalil Al-Hajja schwere Vorwürfe: Israel versuche, die Bemühungen der Vermittler um den Gaza-Plan von US-Präsident Donald Trump zu untergraben, sagte er Al-Dschasira. "Diese zionistischen Angriffe und Verstöße zeigen deutlich, dass die Besatzung sich nicht an eine Waffenruhe oder an die erste Phase halten will."
Gespräche in Kairo
Spitzenvertreter der Hamas und anderer palästinensischer Gruppen führen in dieser Woche in Kairo Gespräche mit regionalen Vermittlern und dem Chefgesandten von Trumps sogenanntem "Friedensrat", Nickolay Mladenov. Ziel ist es, den im Oktober vereinbarten Gaza-Plan in die zweite Phase zu überführen und die Waffenruhe zu sichern. Der Plan sieht vor, dass sich die israelischen Truppen aus dem Gazastreifen zurückziehen und der Wiederaufbau beginnt, während die Hamas ihre Waffen niederlegt. Die Entwaffnung der Gruppe ist jedoch ein Streitpunkt.
Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg ausgelöst. Der im Exil in Katar lebende Chalil Al-Hajja lobte den Terrorüberfall mehrfach ausdrücklich. Unter anderem beschrieb er ihn laut "Times of Israel" als "eine Quelle des Stolzes für unsere Bevölkerung".