Politik

Schlechtestes Ergebnis Spahn erleidet Klatsche bei Wahl zum CDU-Vize

Armin Laschet ist neuer CDU-Chef - und er hat sich Gesundheitsminister Spahn zum Vize gewünscht. Dieser wird auf dem CDU-Parteitag auch in das Amt gewählt. Allerdings erhält er von allen fünf Stellvertretern das schlechteste Ergebnis.

Nach der Wahl von Armin Laschet zum CDU-Chef ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wie erwartet in den Kreis der fünf stellvertretenden Parteivorsitzenden aufgestiegen. Der digitale Parteitag wählte ihn aber mit dem mit Abstand schlechtesten Ergebnis aller Kandidaten in das Führungsamt, das bisher Laschet innehatte. Spahn erhielt nur 589 Stimmen.

Unklar ist, ob das schlechte Abschneiden mit Spahns Wortmeldung inmitten einer Fragerunde auf dem Parteitag zusammenhängt. Er hatte dabei für Laschet als CDU-Chef geworben, mit ihm war er in einem Team in die Wahl gegangen. Im Lager des unterlegenen Kandidaten Friedrich Merz hatte dieses Vorgehen für Kritik gesorgt.

Neben Spahn bestätigten die Delegierten den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, die Vorsitzende des CDU-Verbandes Oldenburg, Silvia Breher, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl in ihren Ämtern als Partei-Vize. Für Bouffier stimmten 806 Delegierte, für Klöckner 787, für Breher 777 und für Strobl 670. Weitere Kandidaten traten nicht an.

Das Ergebnis der digitalen Abstimmung muss noch in einer Briefwahl bestätigt werden, dies gilt aber als Formalie. Bei der Wahl des CDU-Vorsitzenden hatte sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet zuvor in einer Stichwahl gegen Ex-Unionsfraktionschef Merz durchgesetzt. Außenpolitiker Norbert Röttgen war bereits in der ersten Wahlrunde ausgeschieden.

Röttgen ins Präsidium gewählt

Dafür wurde Röttgen kurz darauf ins CDU-Präsidium gewählt. Er bekam bei der digitalen Wahl 764 Stimmen. In einer kurzen Bewerbungsrede sagte er, er kandidiere vor allem, um zu demonstrieren, dass in der CDU Wettbewerb möglich sei und nach der Entscheidung die Wettbewerber in einer Mannschaft zusammenarbeiteten. Der ebenfalls unterlegene Merz kandidierte nicht für das Präsidium.

Neu in dem Spitzengremium ist auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, der 811 Stimmen kam. Ins Präsidium wiedergewählt wurden der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (722 Stimmen), Kulturstaatsministerin Monika Grütters (721), Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (835), der nordrhein-westfälische Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (768) und die Vorsitzende der Frauen Union, Annette Widmann-Mauz (514).

Das Präsidium ist das wichtigste Führungsgremium der CDU. Ihm gehören neben dem Parteivorsitzenden, dem Generalsekretär, den stellvertretenden Vorsitzenden und dem Bundesschatzmeister weitere sieben Mitglieder an. Hinzu kommen etwa der Unionsfraktionschef im Bundestag. Röttgen und Haseloff übernehmen im Präsidium zwei Posten, die freigeworden sind: Spahn wurde zum Vize gewählt, der frühere Thüringer CDU-Vorsitzende Mike Mohring trat nicht mehr an.

Quelle: ntv.de, mli/dpa