Politik

Rückkehr aus Risikogebieten Spahn prüft Test-Pflicht für Urlauber

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Unter anderem am Flughafen Köln/Bonn werden seit diesem Samstag Corona-Tests gemacht.

(Foto: dpa)

An mehreren deutschen Flughäfen können sich Reisende, die aus bestimmten Ländern zurückkehren, nun kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das geschieht bisher ausschließlich auf freiwilliger Basis. Angesichts steigender Infektionszahlen könnte sich das aber noch ändern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn lässt eine Pflicht zu Corona-Tests für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten prüfen. "Wir prüfen auch eine rechtliche Verpflichtung", sagte Spahn im Deutschlandfunk. Bei den Neuinfektionen gebe es derzeit "so eine hohe Zahl wie lange nicht", sagte der CDU-Politiker zur Begründung. "Was wir im Moment haben, sind viele kleinere Ausbrüche." Die hohe Zahl habe "vor allem zu tun eben mit Reiseaktivitäten, Reiserückkehrern aus bestimmten Regionen".

Eine solche Test-Pflicht würde deutlich über den Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern vom vergangenen Freitag hinausgehen: Sie hatten beschlossen, auf deutschen Flughäfen Teststellen einzurichten, bei denen sich Reiserückkehrer kostenlos auf eigenen Wunsch auf das Virus testen lassen können.

Spahn wies darauf hin, dass für verpflichtende Tests hohe rechtliche Hürden bestünden: "Das ist ja ein Eingriff in die Freiheit, jemanden zum Test zu verpflichten", sagte er. Die Gerichte schauten "sehr genau hin, dass jeder Eingriff verhältnismäßig" sei.

Bevorzugt wolle er weiter auf Vernunft und Einsicht der Bürger setzen, sagte Spahn. Reisende müssten "eigenverantwortlich wahrnehmen, dass Mobilität, dass Reisen per se mit Risiko verbunden" sei. "Wir werden es möglich machen, dass jeder Reiserückkehrer sich testen lassen kann." Dabei gelte, dass "sich im Zweifel einer zu viel testen lässt als einer zu wenig".

Urlauber machen erste Corona-Tests an Airports

Seit diesem Samstag gibt es unter anderem an den Flughäfen in Düsseldorf, Köln/Bonn und Dortmund kostenlose Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten. Seit dem Morgen seien die Testzentren an den Airports Düsseldorf und Dortmund geöffnet, teilten Sprecher an den beiden Standorten mit. Diese sind von den Kassenärztlichen Vereinigungen und der Landesregierung eingerichtet worden.

Am Flughafen Köln/Bonn wurde ein bereits bestehendes Zentrum eingebunden, in dem Tests bisher aber nur auf Kosten der Urlauber möglich waren. An Deutschlands größtem Airport in Frankfurt am Main gibt es bereits seit knapp einem Monat ein Coronatest-Zentrum.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft Dutzende Länder als Risikogebiete ein. Dazu gehören unter anderem die Türkei, Ägypten, Marokko, Israel, Luxemburg und die USA. Doch Reiserückkehrer machen nur einen Teil des aktuellen Infektionsgeschehens aus. Wie das RKI in seinem aktuellen Lagebericht mitteilte, gibt es derzeit bundesweit "viele kleinere Geschehen in verschiedenen Landkreisen, die in unterschiedlichen Zusammenhängen stehen, z.B. größeren Feiern im Familien- und im Freundeskreis, Freizeitaktivitäten, Arbeitsplätzen, aber auch in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen". Die Zahl der Fälle, in denen die Nachverfolgung der mutmaßlichen Infektionswege ins Ausland führte, macht demnach nur einen kleinen Teil der Ansteckungen aus.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP

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