Politik

Zahl der Infektionen lässt nach Spahn sieht ersten Hoffnungsschimmer

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"Die Krise ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf": Jens Spahn.

(Foto: picture alliance/dpa)

Deutschland scheint in der Corona-Krise auf dem richtigen Weg: Sowohl Gesundheitsminister Spahn als auch das Robert-Koch-Institut melden, dass sich die Infektionskurve wie gewünscht abflacht. Einen Grund zur Entwarnung gibt es trotzdem nicht: Die Sterberate dürfte noch spürbar steigen.

Die Bundesregierung erkennt im Kampf gegen das Coronavirus erstmals eine positive Entwicklung. "Wir sehen einen ersten Trend, dass die Steigerungen der Neuinfektionen abflachen", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim Besuch eines Logistikzentrums für medizinische Schutzausrüstung im thüringischen Apfelstädt. Dies müsse sich in den nächsten Tagen bis Ostern allerdings noch bestätigen. Wichtig sei, dass die vorgeschriebenen Maßnahmen zu Ausgangsbeschränkungen eingehalten würden. Er sei dankbar dafür, dass die allermeisten Bundesbürger die Auflagen für richtig hielten. "Die Krise ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf."

Der Minister verwies zudem darauf, dass derzeit 40 Prozent der in Deutschland vorhandenen Intensivbetten nicht belegt seien. Die Beschaffung von Schutzmasken und anderer medizinischer Geräte gelinge immer besser, sagte Spahn. Vor allem der Markt von Schutzmasken sei weltweit derzeit stark umkämpft. Kliniken hätten kaum noch die Möglichkeit, sich eigenständig zu versorgen. Der Bund habe daher die zentrale Beschaffung übernommen, verteile die Ware nach deren Ankunft an die Bundesländer, die sie dann an die Kliniken weiterreichten. Eine Lehre aus der Krise sei jetzt schon, dass die Produktion solcher Waren in Deutschland wieder aufgebaut werden müsse.

RKI: Lage scheint sich "zu stabilisieren"

Zuvor hatte bereits das Robert-Koch-Institut (RKI) mitgeteilt, dass sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Corona-Erkrankungen reduziert. Die sogenannte Reproduktionsrate, die aussagt, wie viele Menschen eine infizierte Person durchschnittlich ansteckt, sei durch die Kontaktverbote und strengen Einschränkungen im öffentlichen Leben "schon auf eins gedrückt worden", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Lage scheine sich "zu stabilisieren". Ein Grund zur Entwarnung sei das aber noch nicht: Dieser statistische Wert müsse unter eins gedrückt werden, um die Epidemie einzudämmen. Er hoffe, dass dies "in den nächsten Tagen gelingt", sagte Wieler. Dafür müssten die Regeln weiter eingehalten werden.

*Datenschutz

Die Gesamtzahl der in Deutschland erkannten Coronavirus-Infektionen ist bis Freitagmittag auf Basis der von den Ministerien und Behörden der 16 Bundesländer veröffentlichten Daten auf aktuell 82.027 nachgewiesene Fälle gestiegen. Im Vergleich zum Vorabend kamen damit zuletzt knapp 2600 neu registrierte Fälle hinzu. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit der Atemwegserkrankung Covid-19 ums Leben kam, liegt derzeit bei 1066.

Aktuell steige wie erwartet die Sterberate, sagte Wieler. Da viele Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19 noch behandelt würden, müsse man auch mit einem weiteren Anstieg rechnen. Die Strategie des RKI sei weiterhin, die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.

Quelle: ntv.de, chr/rts/AFP