Politik

"Läuft, wie es geplant war" Spahn verteidigt Impf-Tempo - und macht Versprechen

Die Kritik am schleppenden Impfstart in Deutschland nimmt zu. Gesundheitsminister Spahn verteidigt jedoch das Tempo. Alles in allem laufe es gut, sagt er bei "RTL Aktuell". Er verspricht, dass bis Monatsende alle Bewohner von Pflegeheimen geimpft sind - und äußert sich zur Lockdown-Verlängerung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Tempo bei den Impfungen in Deutschland gegen Kritik von SPD, Opposition und Medizinern verteidigt. "Es läuft genauso, wie es geplant war", sagte der CDU-Politiker bei "RTL Aktuell". 1,3 Millionen Dosen Impfstoff seien bis Jahresende an die Bundesländer ausgeliefert worden. Bis Ende Januar würden es dann insgesamt 4 Millionen Dosen von Biontech sein. Das sei genau die Menge, die er seit Wochen angekündigt habe, "mit dem Hinweis, dass es am Anfang knapp sein würde und wir deshalb priorisieren müssen".

Das Impfen funktioniere "alles in allem auch gut". Es sei in den Pflegeeinrichtungen und Impfzentren gut vorbereitet worden. "Im Tun läuft alles wie es soll. Dass es natürlich schöner wäre, mehr Impfstoff zu haben, das steht außer Frage und genau darum bemühen wir uns." Die Bundesregierung spreche mit Biontech und dem Land Hessen darüber, wie man schon im Februar in Marburg eine zusätzliche Produktionsstätte schaffen könne. Der Impfstoff von Biontech und Pfizer ist bisher der einzige zugelassene in der EU.

Spahn versprach, dass im Laufe des Januars alle Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen geimpft werden. "Dieses Ziel können wir im Januar erreichen. Und das wollen und werden wir auch mit den Ländern erreichen." Es mache einen "entscheidenden Unterschied im Pandemieverlauf", wenn das gelinge. In den Einrichtungen schlage das Virus besonders brutal zu.

Für weitere Schulschließungen

Spahn sprach sich außerdem dafür aus, den bundesweiten Lockdown auch über den 10. Januar hinaus beizubehalten. "Angesichts der immer noch zu hohen Zahlen ist es notwendig, die Maßnahmen, die Einschränkungen zu verlängern", sagte der CDU-Politiker bei "RTL Aktuell". Auf den Intensivstationen habe man gerade einen Höchstwert an Corona-Patienten. Man müsse jetzt "unbedingt" das Infektionsgeschehen senken und für längere Zeit niedrig halten. "Das ist besser, als zu früh zu lockern und dann möglicherweise in einigen Wochen schon wieder vor möglichen schwierigen Fragen zu stehen."

Am kommenden Dienstag verhandeln Bund und Länder über die weiteren Lockdown-Maßnahmen. Dann werde darüber zu sprechen sein, für wie lange und in welchem Umfang sie verlängert werden müssten, sagte Spahn. Er hält auch eine weitere Schließung von Schulen und Kitas für richtig. Das sei für Schüler und Eltern zwar schwierig. "Aber auch da gilt: Es ist für alle leichter, jetzt eine Woche länger die Schulen zu zu haben, als sie aufzumachen und dann irgendwann in einigen Wochen wieder vor Debatten zu stehen." Es sei leichter, aus den Ferien heraus zu einer Verlängerung zu kommen als zu einem späteren Zeitpunkt.

Quelle: ntv.de, psc