Politik

Kontakte werden angerufen Spahn weiß nicht, wo er sich infiziert hat

Gesundheitsminister Spahn hatte seit dem mutmaßlichen Beginn seiner Corona-Infektion bis zu 100 Kontakte. Die werden nun informiert. Wo sich der Politiker infiziert hat, weiß er nicht.

Der an Corona infizierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn weiß nicht, wo er sich angesteckt haben könnte. Das erfuhr ntv aus Regierungskreisen. Er selbst könnte rein rechnerisch bereits seit dem vergangenen Wochenende infektiös gewesen sein, ohne es zu wissen.

Der CDU-Politiker ist das erste Mitglied des Bundeskabinetts, das sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Am Mittwoch hatte sein Ministerium mitgeteilt, Spahn habe am Nachmittag Erkältungssymptome bekommen, sich direkt testen lassen und nach dem positiven Ergebnis umgehend zu Hause isoliert.

Am Abend bedankte sich der 40-Jährige auf Twitter "für die vielen guten Wünsche", die er erhalten habe. "Ich bin in häuslicher Isolation und erhole mich mit aktuell nur Erkältungssymptomatik. Allen, mit denen ich Kontakt hatte, wünsche ich, dass sie gesund bleiben. Geben wir weiter aufeinander acht!"

Noch am Vormittag hatte Spahn an einer Kabinettssitzung teilgenommen. Die anderen Ministerinnen und Minister sowie die Bundeskanzlerin müssen dennoch nicht in Quarantäne gehen: Wegen der hygienischen und anderen Bedingungen in dem großen Saal gilt das Bundeskabinett nicht als Kontakt der Kategorie 1, hieß es aus den Regierungskreisen weiter.

Die Ministerrunden im Kanzleramt finden in Corona-Zeiten nicht im normalen Kabinettssaal statt, sondern im sehr viel größeren Internationalen Konferenzsaal, wo auch wesentlich größere Abstände möglich sind. Allerdings ist auf einem Foto aus der Kabinettssitzung zu sehen, wie sich Spahn - mit Maske - mit Familienministerin Franziska Giffey - ebenfalls mit Maske - unterhält. Ein Corona-Schnelltest der SPD-Politikerin fiel am Mittwoch negativ aus.

Wie aus Regierungskreisen weiter verlautet, werden seit Mittwoch alle Erstkontakte angerufen, die ermittelt werden konnten. Insgesamt seien dies bis zu 100 Personen. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe mit Spahn gestern telefoniert und ihm dabei gesagt, er solle sich erst mal ausruhen und die Rückkehr nicht überstürzen.

Ein Sprecher des Gesundheitsministers sagte ntv, Spahn gehe es den Umständen entsprechend gut. "Er hat weiterhin kein Fieber, zeigt aber Erkältungssymptome. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus seinem engeren Umfeld wurden inzwischen ebenfalls auf das Coronavirus untersucht, sind aber negativ getestet worden. Als Vorsichtsmaßnahme arbeiten sie vorläufig aus dem Homeoffice."

Quelle: ntv.de, hvo/dpa/rts