Politik
Die 629 Flüchtlinge an Bord der "Aquarius" wurden bei verschiedenen Rettungsaktion vor einigen Tagen aus dem Mittelmeer geholt.
Die 629 Flüchtlinge an Bord der "Aquarius" wurden bei verschiedenen Rettungsaktion vor einigen Tagen aus dem Mittelmeer geholt.(Foto: picture alliance/dpa)
Montag, 11. Juni 2018

Humanitäre Notlage: Spanien nimmt Flüchtlingsschiff auf

Hilfsorganisationen schlagen Alarm: Hunderte Menschen müssen tagelang auf dem Rettungsschiff "Aquarius" im Mittelmeer ausharren. Weder Italien noch Malta wollen sie an Land lassen. Zuletzt erbarmt sich ein anderes Land.

Im Tauziehen um die Aufnahme von 629 Flüchtlingen von einem Schiff im Mittelmeer hat sich Spanien bereit erklärt, die Menschen aufzunehmen. Das kündigte Spaniens neuer, sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez an. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hatte zuvor Italien und Malta zur Aufnahme der hunderten Flüchtlinge aufgefordert, die seit Samstag auf der "Aquarius" ausharren müssen. Den Menschen an Bord gingen die Vorräte aus, sagte das Hilfswerks und sprach von einem "dringenden humanitären Gebot". Wegen eines anhaltenden Streits zwischen Italien und Malta wartete das Schiff vergeblich auf eine Genehmigung zum Anlegen.

Auch die Bundesregierung zeigte sich "besorgt" über die Lage der Menschen auf dem Flüchtlingsschiff. Regierungssprecher Steffen Seibert rief alle Beteiligten auf, "ihrer humanitären Verantwortung gerecht zu werden".

Weder Malta noch Italien wollten das Schiff in ihre Häfen einlaufen lassen. Beide Länder stritten über die Aufnahme der Migranten an Bord und sahen jeweils die andere Seite in der Verantwortung. Die über 600 Migranten waren am Samstag bei verschiedenen Rettungsaktionen von SOS Mediterranée und Ärzte ohne Grenzen auf die "Aquarius" gebracht worden.

Der französischen Hilfsorganisation zufolge sind an Bord auch 123 unbegleitete Minderjährige, elf kleine Kinder sowie sieben Schwangere. Unter dem neuen italienischen Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega-Partei fährt Italien einen härteren Abschottungskurs.

Quelle: n-tv.de