Politik
Ursula von der Leyen darf die Elite-Uni Stanford nun doch in ihrem Lebenslauf aufführen.
Ursula von der Leyen darf die Elite-Uni Stanford nun doch in ihrem Lebenslauf aufführen.(Foto: dpa)
Montag, 12. Oktober 2015

Doch kein manipulierter Lebenslauf: Stanford pflichtet von der Leyen bei

Eine Zeitung berichtet, dass Verteidigungsministerin von der Leyen ihren Lebenslauf "manipuliert" hat, um sich mit dem Namen der Elite-Uni Stanford zu schmücken. Doch die Uni nimmt ihre Anschuldigungen zurück. Die Ministerin erwägt nun weitere Schritte.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat in ihrem Streit um den Besuch der US-Universität Stanford Rückendeckung von der Verwaltung der Elite-Uni erhalten. Das Verteidigungsministerium verbreitete ein Schreiben, in dem sich eine Vizepräsidentin der renommierten Hochschule betroffen über "übertriebene und falsche Medienberichte" vom Wochenende zeigt. Die "Welt" schreibt dazu:  "Die Einschätzungen des Lebenslaufs" seien zurückgezogen worden.

Am Wochenende hatte die "Welt am Sonntag" berichtet, Stanford habe Ursula von der Leyen "Namens-Missbrauch" vorgeworfen. Sie hatte in ihrem Lebenslauf zwei Stationen an der kalifornischen Elite-Hochschule angegeben. Auf Anfrage des Blattes hatte die Hochschule allerdings dementiert, dass die Ministerin Absolventin der Universität war. Demnach dürfe von der Leyen ihren Lebenslauf nicht mit dem Namen Stanford schmücken.

Bereits am Wochenende hatte sich die Ministerin gegen diese Anschuldigung gewehrt. Nun erwägt das Verteidigungsministerium zudem, wegen des "Welt"-Berichts den Presserat einzuschalten. Es solle geklärt werden, ob bei der Berichterstattung der Zeitung über von der Leyens Stanford-Aufenthalt "eventuell Regeln verletzt worden sind", sagte ein Ministeriumssprecher.

"Kein Missbrauch des Namens"

Auch der "Spiegel" ging auf das Thema ein. Das Magazin zitierte die Vizepräsidentin Lisa Lapin: Sie sei "niedergeschlagen" wegen der Medienberichte." Die Ministerin habe nachgewiesen, dass sie 1993 Gasthörerin im Fachbereich Business der Elite-Uni gewesen sei, und dass sie 1995 ein Projekt für die Verwaltung der Stanford Gesundheitsdienste bearbeitet habe. "Da die Universität derartige Aktivitäten nicht dokumentiere, stelle die faktische Auflistung keinen Missbrauch des Namens der Universität dar", sagt Lapin. Man "bedauere die Missverständnisse", die zu den Berichten geführt hätten.

"Die Welt" hatte berichtet, dass Stanford auf Nachfrage massive Kritik an der Ministerin geübt habe: Von der Leyen war demnach in keinem offiziellen Programm eingeschrieben, das mit einem Schein oder akademischen Abschluss abgeschlossen wird. Von der Leyen konnte ein derartiges offizielles Dokument also nicht vorweisen. Dennoch legte sie ihrer Erklärung offenbar Dokumente bei, die ihren akademischen Aufenthalt in Stanford unterstrichen. Darunter unter anderem ein Empfehlungsschreiben, aus dem hervorgeht, dass sie mit einer eingeschriebenen Studentin an einer medizinischen Studie gearbeitet hatte.

Von der Leyen steht derzeit unter dem Verdacht, Teile ihrer Doktor-Arbeit abgeschrieben zu haben. Ob ihr der Doktortitel deswegen entzogen werden muss, wird derzeit von der Medizinischen Hochschule in Hannover untersucht.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen