Politik

Als erster deutscher Außenminister Steinmeier soll Kuba besuchen

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Offenbar arbeitet das Auswärtige Amt bereits unter Hochdruck an einem Programm für die Reise.

(Foto: REUTERS)

Viele deutsche Politiker haben das sozialistische Kuba besucht. Doch die letzten kamen vor 1989 - und aus der DDR. Nun soll Frank-Walter Steinmeier als erster Außenminister der Bundesrepublik den Inselstaat besuchen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier soll als erster Außenminister der Bundesrepublik Kuba besuchen. Das Auswärtige Amt arbeite bereits unter Hochdruck an einem Programm für die Reise. Das berichtet "Spiegel Online" unter Berufung auf eine Informationen über ein Treffen zwischen Steinmeier und dem kubanischen Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla während des Lateinamerika-Gipfels.

Dabei soll Parrilla Steinmeier zu der Reise eingeladen haben. Steinmeier sagte demnach: "Ich will ehrlich sagen, dass wir in Europa und in Deutschland froh darüber sind, dass nach vielen Jahrzehnten des Stillstands und der Sprachlosigkeit zwischen USA und Kuba diese Phase ganz offenbar überwunden wird" und bedankte sich für die Einladung.

Trifft Steinmeier Fidel Castro?

Fest stehe bisher nur ein Treffen mit seinem kubanischen Amtskollegen. Ob Steinmeier möglicherweise von Staatschef Raúl Castro oder gar von Fidel Castro selbst empfangen wird - wie vor wenigen Wochen der französische Staatschef Francois Hollande - sei völlig offen.

Während ihres Gipfeltreffens haben die Europäische Union und die Länder Lateinamerikas und der Karibik die USA aufgerufen, rasch ihr Embargo gegen Kuba aufzuheben. Die 28 EU-Staaten und die 33 Länder der Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (Celac) begrüßten in ihrer Abschlusserklärung die Mitte Dezember verkündete Annäherung zwischen Washington und Havanna. Zugleich riefen sie dazu auf, alle notwendigen Maßnahmen zur raschen Aufhebung der Wirtschaftsblockade gegen den kommunistischen Staat zu treffen.

Die Staats- und Regierungschefs beklagten die "exzessiven humanitären Auswirkungen" des 1962 von den USA verhängten Embargos "für das kubanische Volk". Das Embargo würde die "legitime Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Kuba, der Europäischen Union und anderen Ländern" behindern. Die EU und Kuba wollen parallel zur Annäherung zwischen Havanna und Washington bis Ende des Jahres ein Rahmenabkommen zu Dialog und Kooperation vereinbaren.

Quelle: ntv.de, bdk/AFP