Politik
Ist ein waschechter Bayer: Edmund Stoiber.
Ist ein waschechter Bayer: Edmund Stoiber.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 09. Oktober 2018

Nicht mehr genug Bio-Bayern: Stoiber: Zuzügler sind Grund für CSU-Tief

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Bayern steckt die CSU tief in der Umfragekrise: Während Ministerpräsident Söder die Schuld in Berlin sucht und Innenminister Seehofer Söder verantwortlich macht, hat der Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber eine ganz andere Theorie.

Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber macht die Zuwanderung nach Bayern aus anderen Teilen Deutschlands für das aktuelle Umfragetief der CSU verantwortlich. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte er, in den vergangenen Jahren habe "es aufgrund unseres wirtschaftlichen Erfolgs eine einzigartige Wanderungsbewegung nach Bayern" gegeben. "Aus allen Teilen Deutschlands sind in den letzten zehn Jahren mehr als eine Million Menschen zu uns gekommen", so der CSU-Ehrenvorsitzende. Das führe zu gesellschaftlichen Veränderungen in dem Bundesland.

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Die schlechten Umfrageergebnisse von derzeit 33 Prozent für die Christsozialen will der 77-Jährige nicht überbewerten. "Natürlich bin ich nicht glücklich darüber, wo wir in den Umfragen stehen. Aber das sind alles Momentaufnahmen", sagte Stoiber. "Wir können noch sehr viel Boden gut machen." Eine Vorwahlumfrage des Bayerischen Rundfunks hatte vergangene Woche auch ergeben, dass die SPD und die Freien Wähler jeweils auf elf Prozent kämen. Die Grünen würden laut Umfrage mit 18 Prozent zweitstärkste Kraft in Bayern werden.

Mit Blick auf mögliche Koalitionen nach der Wahl am kommenden Sonntag sagte Stoiber jedoch, dass er keine Basis für eine schwarz-grüne Koalition sehe. "Es gibt fundamentale Unterschiede zwischen CSU und Grünen", so der einstige Kanzlerkandidat. Diese reichten von der Umwelt- und Energiepolitik über die Wirtschaftspolitik bis hin zur Inneren Sicherheit und Migrationspolitik. "Ich sehe nicht, wie bei diesen Unterschieden ein stabiles Bündnis möglich sein könnte."

"Ich konnte da keinen Streit feststellen"

Angesichts der gegenseitigen Schuldzuweisungen von Ministerpräsident Markus Söder und CSU-Parteichef Horst Seehofer für die schlechten Umfragewerte erinnerte Stoiber an die Werte der Partei - und an den Urvater der Christsozialen. "Ich war ein enger Mitarbeiter von Franz Josef Strauß", sagte er. "Er hat immer die legendäre Geschlossenheit der CSU beschworen. Wir müssen geschlossen auftreten, um etwas erreichen zu können. Geschlossenheit muss unser Markenzeichen sein."

Am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Ingolstadt hatten am Montagabend sowohl Söder als auch Seehofer bestritten, dass sie zerstritten seien. "Ich konnte da keinen Streit feststellen", sagte der Bundesinnenminister. Söder ergänzte, es gebe "natürlich" keinen Streit. Er kenne keine Partei, die so geschlossen sei wie die CSU.

Quelle: n-tv.de