Politik

"Müssen Putin entgegenstehen" Strack-Zimmermann ruft Deutsche zur Opferbereitschaft auf

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"Das wird von uns allen auch persönlich Opfer erfordern, schwach sollten wir trotz alledem nicht werden", sagt FDP-Verteidigungsexpertin Strack-Zimmermann über die Krise mit Russland.

(Foto: picture alliance/dpa)

FDP-Politikerin Strack-Zimmermann appelliert an die Deutschen, in den Auseinandersetzungen mit Russland zu "persönlichen Opfern" bereit zu sein. Gleichzeitig fordert sie mehr Waffen für die Ukraine - auch Schützen- und Kampfpanzer. Die Zögerlichkeit des Bundeskanzlers hat sie "bis heute nicht verstanden".

Ein halbes Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann dazu aufgerufen, das Land weiterhin umfassend zu unterstützen. "Wir müssen dringend neben der humanitären Hilfe auch weiteres schweres Gerät und Munition liefern - und zwar deutlich bevor der Winter kommt", sagte Strack-Zimmermann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Alles andere wäre fatal." Deutschland und seine Partner müssten das Land auch wirtschaftlich unterstützen, damit die ukrainische Wirtschaft nicht vollständig kollabiere.

Bundeskanzler Olaf Scholz von der SPD forderte die FDP-Politikerin auf, die Ukraine entschiedener mit Waffen zu beliefern. Die Zurückhaltung des Kanzlers bei den Waffenlieferungen habe sie "bis heute nicht verstanden", bilanzierte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag die vergangenen sechs Monate. "Wir müssen uns einfach im Klaren darüber sein, dass der von Russland verbrochene Krieg ganz Europa in die größte Krise nach Ende des Zweiten Weltkriegs gestürzt hat. Entsprechend müssen wir extrem wachsam sein und entsprechend handeln."

Die FDP-Politikerin forderte, die Ukraine auch direkt mit Schützen- und Kampfpanzern westlicher Produktion zu beliefern. "Ginge es nach der FDP, würden wir heute sofort 50 'Marder'-Schützenpanzer direkt an die Ukraine liefern", so Strack-Zimmermann. "Der Ringtausch mit Polen und anderen Partnern, also westliche Panzer als Ersatz für an die Ukraine weitergegebene Panzer sowjetischer Produktion zu liefern, darf weitergehen, sollte aber durch direkte Lieferungen in die Ukraine ergänzt werden." Scholz wolle aber Schützen- und Kampfpanzer nur direkt an die Ukraine liefern, wenn die USA und Frankreich das auch mit ihren Kampfpanzern machten. "Ein Beispiel mehr, wo wir als FDP die Auffassung vertreten, dass die Bundesrepublik da deutlich aktiver initiieren könnte", sagte Strack-Zimmermann.

Forderung nach weiteren Entlastungen

An die Deutschen appellierte Strack-Zimmermann, in der Auseinandersetzung mit Russland zu Opfern bereit zu sein. "Wir müssen Putin und den Diktatoren dieser Welt, die unser demokratisches Leben hassen und zerstören wollen, entschlossen entgegenstehen", sagte sie. "Das wird von uns allen auch persönlich Opfer erfordern, schwach sollten wir trotz alledem nicht werden."

Es sei angesichts der hohen Energiepreise wichtig, die Menschen in Deutschland zu entlasten, die den Preisanstieg kaum stemmen könnten, erklärte Strack-Zimmermann. Ihre Bitte an die Bürgerinnen und Bürger sei es aber, die Lage realistisch einzuschätzen. "Wir alle haben nur ein Leben und das will jeder von uns so schön und angenehm wie möglich gestalten. Aber es geht nicht nur um uns, sondern, ich bin jetzt auch mal pathetisch: Es geht auch um das zukünftige Leben unserer Kinder und Enkelkinder, die auch das Recht haben, so wie wir Jahrzehnte lang, in einem freiheitlichen und friedlichen Deutschland zu leben."

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die folgende politische Auseinandersetzung mit dem Westen hat die Energiepreise gewaltig steigen lassen. Deshalb mehren sich nun Stimmen, die auf eine Abkehr von der angegriffenen Ukraine und ein Nachgeben gegenüber Russland hinauslaufen, um das eigene Wohlstandsniveau zu sichern.

Quelle: ntv.de, mli/vmi/dpa

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