Politik

Machtverschiebung in Pforzheim Student erobert AfD-Hochburg für Grüne

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Der Grünen-Kandidat Herkens hat der AfD in Pforzheim ein Direktmandat abgeknöpft.

(Foto: Dennis Williamson | felix-herkens.de)

Seit der vergangenen Landtagswahl in Baden-Württemberg gilt Pforzheim als Hochburg der AfD. Das ist nun vorbei. Die Partei verbucht ein sattes Minus und ist nur noch viertstärkste Kraft. Stattdessen holt ein Student mit den Grünen den Wahlsieg.

Einem 25-jährigen Studenten ist in Pforzheim ein historisches Ergebnis bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg gelungen. Mit 26,2 Prozent führte Felix Herkens die Grünen erstmals zu einem Wahlsieg in der badischen Stadt. Damit jagte er deutlich der AfD das Direktmandat ab. Der bisherige Inhaber, der 70-jährige Bernd Grimmer, kam lediglich auf 15,8 Prozent und so schließlich nur auf den vierten Platz. Herkens studiert Sozial- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Koblenz-Landau und ist zudem Fraktionschef der Grünen im Gemeinderat. Die Wahlbeteiligung lag bei 54 Prozent.

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Noch bei der Landtagswahl vor fünf Jahren hatten die Grünen in Pforzheim mit 24,1 Prozent der Stimmen den Sieg um 0,1 Punkte verpasst. Stattdessen errangen Grimmer und die AfD mit 24,2 Prozent die meisten Stimmen und das Direktmandat. Pforzheim hatte seitdem den Ruf, eine AfD-Hochburg zu sein. Nun erlebte die Partei mit einem Minus von mehr als acht Prozent ein Debakel als nur viertstärkste Kraft.

Selbst die CDU erhielt trotz Stimmverlusten mit 20,1 Prozent mehr Zuspruch bei den Wählerinnen und Wählern als die vorherige Wahlsiegerin AfD. Auch die FDP schob sich noch vor sie - die Liberalen waren mit Landes-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke angetreten und holten 16,1 Prozent. Mit einem Zuwachs von 5,5 Punkten sind die Liberalen somit die heimlichen Wahlgewinner in Pforzheim.

Das Ergebnis im Wahlkreis Pforzheim spiegelt in der Spitze auch den Wahlausgang auf Landesebene wider: Auch dort wurden die Grünen mit Spitzenkandidat Winfried Kretschmann mit deutlichem Abstand stärkste Kraft vor der CDU - bei ebenfalls einem Stimmzuwachs von mehr als zwei Prozent. Die AfD hingegen musste landesweit erhebliche Verluste hinnehmen. Wie in der Nordweststadt Pforzheim büßte die Landespartei nun mehr als ein Drittel der Stimmen ein.

Quelle: ntv.de, cri

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