Politik

Wie mit Nordkorea umgehen? Südkoreas Präsident trifft Ivanka Trump

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Ivanka Trump und Moon Jae In im Blauen Haus in Seoul.

(Foto: AP)

Nach der Kim-Schwester reist auch Trumps Tochter Ivanka zu den Winterspielen in Pyeongchang. Südkoreas Präsident Moon will sie für einen Dialog gewinnen. Doch die "First Daughter" bekräftigt den harten Kurs der USA.

Bei einem Treffen von Südkoreas Präsident Moon Jae In mit der US-Präsidententochter Ivanka Trump in Seoul sind Differenzen über den weiteren Umgang mit Nordkorea deutlich geworden. Während Moon die Notwendigkeit zum Dialog hervorhob, betonte die Trump-Tochter als Sondergesandte ihres Vaters, dass sie in Südkorea "unsere Kampagne des maximalen Drucks" bekräftigen wolle, um die koreanische Halbinsel von Atomwaffen zu befreien.

Bei einem Abendessen in Präsidialamt plädierte Südkoreas Präsident hingegen dafür, die im Konflikt um Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm angelaufenen Gespräche fortzusetzen. "Nordkoreas Teilnahme an den Olympischen Winterspielen diente als Gelegenheit für uns, zwischen beiden Koreas aktive Diskussionen aufzunehmen, was die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel gesenkt und die innerkoreanischen Beziehungen verbessert hat." Moon hob auch die Gemeinsamkeiten mit dem Bündnispartner USA hervor und dankte US-Präsident Donald Trump dafür, den innerkoreanischen Dialog und die Winterspiele unterstützt zu haben.

General aus Nordkorea entzweit Südkoreaner

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An der Spitze der nordkoreanischen Delegation steht General Kim Yong Chol.

(Foto: AP)

Ivanka Trump, die als enge Beraterin im Weißen Haus arbeitet, ist mit einer Delegation zur Schlussphase der Winterspiele in Pyeongchang gereist. Am Sonntag wird die Trump-Tochter an der Abschlussfeier teilnehmen. Dazu wird am selben Tag auch eine Delegation aus Nordkorea erwartet. An der Spitze steht General Kim Yong Chol, der in Südkoreaner umstritten ist, weil er früher Nordkoreas Auslandsgeheimdienst geleitet hat.

Nach Protesten gegen den heutigen Vizevorsitzenden des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei bat der Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul um Verständnis für den Empfang. Die Regierung hoffe, dass damit der Dialog vorangebracht und die Beziehungen verbessert werden könnten.

Der berüchtigte Militär Kim Yong Chol wird unter anderem für den Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes 2010 verantwortlich gemacht. Das Schiff wurde von einem Torpedo getroffen. 46 Menschen kamen ums Leben. Zu Kritik der Angehörigen sowie der Opposition, die vor dem Präsidentensitz in Seoul demonstrierte, sagte der Sprecher, es sei schwierig, genau zu bestimmen, wer die Verantwortung für den Angriff trage. "Es ist klar, dass Nordkorea für die Versenkung des Kriegsschiffes verantwortlich gemacht wurde, und Kim (Yong Chol) führte zu jener Zeit das Aufklärungsbüro."

Trump erhöht den Druck auf Nordkorea

Dass Ivanka Trump mit dem verrufenen General zusammentreffen könnte, wurde in Seoul ausgeschlossen. Ihre Visite folgt auf den historischen Besuch der Kim-Schwester Kim Yo Jong zur Eröffnung der Spiele. Die enge Beraterin des Machthabers hatte Südkoreas Präsident eine Einladung ihres Bruders nach Pjöngjang übergeben. Darauf will Moon aber nicht eingehen, solange Nordkorea nicht mit den USA redet.

Nach Spekulationen in südkoreanischen Medien hofft Moon, die Trump-Tochter dazu zu bewegen, im Konflikt über Nordkoreas Atomrüstung mäßigend auf ihren Vater einzuwirken oder diesen vielleicht für einen innerkoreanischen Gipfel zu gewinnen.

Trump will den Druck auf Nordkorea aber noch verschärfen und plant neue, härtere Sanktionen. Auch wenn der Streit über das Atomwaffen- und Rüstungsprogramm während der Winterspiele bislang nicht weiter angeheizt wurde, befürchten Beobachter, dass der Konflikt schnell wieder aufflammen könnte.

Nach den bis zum 18. März laufenden Paralympics soll entschieden werden, wann die zunächst wegen Olympia verschobenen Militärmanöver Südkoreas und der USA nachgeholt werden sollen. Nordkoreas Machthaber versteht die Übungen als Provokation.

Quelle: n-tv.de, uzh/dpa

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