Politik

Ankara will Zustrom bremsen Syrer brauchen jetzt Visum für Türkei

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Flüchtlingslager in der Türkei.

(Foto: imago/Xinhua)

Millionen Syrer fliehen aus ihrem Land, erste Station ist oft die Türkei. Doch die erschwert nun Bürgern ihres Nachbarlandes die Einreise. Postwendend revanchiert sich das syrische Regime.

Die Türkei will den Zustrom von Flüchtlingen aus Syrien mit der Einführung einer Visumspflicht bremsen. Sie solle vom 8. Januar an gelten, erklärte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bei einem Treffen mit Spitzenvertretern von EU-Ländern in Brüssel. Außerdem solle die Zusammenarbeit mit der griechischen Küstenwache ausgebaut werden.

Eine Zusammenarbeit mit der Türkei gilt in der EU als Schlüssel, um den Druck in der Flüchtlingskrise zu verringern. In dem Land sind bereits rund zwei Millionen Flüchtlinge aus Syrien untergekommen. Um ihre Situation zu verbessern, will die EU dem Land mit drei Milliarden Euro helfen. Mehrere EU-Länder wollen der Türkei zudem Flüchtlingskontingente abnehmen.

Die syrische Regierung hat ebenfalls angekündigt, türkische Staatsbürger künftig mit einer Visumspflicht zu belegen. Das Außenministerium in Damaskus erklärte, diese Maßnahme gehe auf die Entscheidung der Türkei vom 9. Dezember zurück, ohne dies im Detail auszuführen. Die Regierung habe entschieden, "türkischen Staatsbürgern ohne Visum die Einreise nach Syrien zu verweigern". Ankara trage die Verantwortung für die Konsequenzen, die dies für die Beziehung beider Völker habe, hieß es.

Die einstigen Verbündeten Syrien und Türkei hatten eigentlich 2009 ein bilaterales Abkommen zur Visafreiheit geschlossen. Ankara distanzierte sich jedoch im Zuge des Syrien-Konflikts von der syrischen Führung und brach 2011 die diplomatischen Beziehungen zu dem Nachbarland ab.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP

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