Politik

Alternatives Treffen in Astana Syrien-Gespräche platzen kurz nach Beginn

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Alltag in Syrien: In der Stadt Azaz explodierte am Morgen ein Autosprengsatz. Mehrere Menschen starben.

(Foto: REUTERS)

Friedensgespräche für Syrien haben eines gemeinsam: Sie enden schnell im Eklat. Das läuft in Kasachstan nicht anders als unter UN-Vermittlung in Genf. Ein russischer Vorschlag bleibt daher vorerst liegen. Er sieht von Rebellen kontrollierte sichere Zonen vor.

Die neuen Syrien-Verhandlungen in Kasachstan haben gleich zum Auftakt einen Rückschlag erlitten. Die syrischen Rebellen machen das Ende von "Bombardements auf Zivilisten" zur Vorbedingung für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. "Die Delegation der Aufständischen zieht sich wegen der heftigen Luftangriffe auf Zivilisten aus den Beratungen zurück", sagte ein Vertreter der Rebellen in der kasachischen Hauptstadt. "Wir können nicht am Verhandlungstisch sitzen, während diese Verbrechen weitergehen", erklärte Oppositionssprecher Yihya al-Aridi.

Das kasachische Außenministerium teilte jedoch mit, die Oppositionsvertreter wollten am Donnerstag wieder an den Gesprächen teilnehmen. Bei den auf zwei Tage angesetzten Gesprächen in der kasachischen Hauptstadt Astana soll unter Vermittlung Russlands und der Türkei die Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland gestärkt werden. Die Feuerpause gilt seit Ende Dezember, trotzdem kommt es immer wieder zu Gewalt.

Türkei, Iran und Russland als Beobachter für sichere Zonen?

Bei den Verhandlungen solle unter anderem ein Memorandum über Sicherheitszonen vorbereitet werden. Russland hatte vorgeschlagen, solche Gebiete zum Schutz der Bevölkerung einzurichten. In solchen "Zonen der Deeskalation" in den von Rebellen kontrollierten Teilen Syriens soll laut einem Entwurf der russischen Seite ein "sofortiges Ende der Gewalt" erreicht werden. Zudem sollten Flüchtlinge die Möglichkeit erhalten, freiwillig und "in Sicherheit" an ihre Wohnorte zurückzukehren. Die Türkei, der Iran und Russland könnten dem Vorschlag zufolge als "Beobachter" militärische Einheiten entsenden und als Garanten der Sicherheit auftreten.

Die Gespräche in Astana laufen zusätzlich zu den unter UN-Vermittlung stattfindenden Syrien-Verhandlungen in Genf. Dabei haben die Genfer Gespräche ein stärker auf politische Fragen ausgerichtetes Profil, in Astana stehen Sicherheitsfragen im Vordergrund. Substanzielle Fortschritte haben beide Gesprächsrunden bislang nicht erzielt.

In Syrien tobt seit rund sechs Jahren ein Bürgerkrieg. Mehr als 400.000 Menschen wurden in dem Konflikt getötet, Millionen vertrieben. Der russische Präsident Wladimir Putin empfing in der Schwarzmeerstadt Sotschi seinen türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan. Erdogan will trotz der gegensätzlichen Positionen weiter eng mit Putin an der Lösung des Konflikts arbeiten. Gemeinsames Ziel sei es, "dass das Blutvergießen in Syrien so bald wie möglich endet", sagte Erdogan in Ankara vor seiner Abreise zum Treffen mit Putin. Während Russland die syrische Führung um Präsident Baschar al-Assad unterstützt, steht die Türkei auf der Seite der gemäßigten Aufständischen. Gemeinsam mit dem Iran haben Russland und die Türkei die Schirmherrschaft über die Gespräche in Astana.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa/AFP

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