Politik

"Gefährliche Eskalation"Syrien wirft Israel Angriff auf Militärflugplatz vor

18.08.2026, 14:21 Uhr
00:00 / 02:43
Decommissioned-Syrian-Air-Force-planes-are-seen-at-the-Abu-al-Duhur-military-airport-east-of-Idlib-following-the-takeover-of-the-area-by-Syrian-opposition-fighters-on-Saturday-Dec-7-2024
Der Flugplatz Abu Duhur wurde 2024 von den Rebellentruppen eingenommen. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die Beziehungen zwischen Israel und Syrien sind angespannt. Die Übergangregierung in Damaskus möchte das Land wieder aufbauen - und damit auch seine militärischen Fähigkeiten. Israel sorgt sich um seine Sicherheit und bombardiert einen Militärflugplatz.

Syrien hat der israelischen Armee vorgeworfen, einen verlassenen Militärflughafen im Nordwesten des Landes angegriffen zu haben. Das Außenministerium in Damaskus sprach am Dienstag von einem "ungerechtfertigten Angriff" auf den Flughafen Abu Duhur in der Provinz Idlib. Das syrische Staatsfernsehen berichtete von Schäden an der Infrastruktur des Flughafens, es sei aber niemand getötet worden.

Israelische Flugzeuge hätten achtmal auf die Start- und Landebahn gefeuert, berichtete der Sender. Das Außenministerium warf Israel einen "eklatanter Verstoß gegen die Souveränität und territoriale Integrität Syriens" vor. Der Angriff sei "eine gefährliche Eskalation, die die Sicherheit und Stabilität in der Region bedroht". Das israelische Militär wollte sich dazu nicht äußern. In Israel herrschen Sorgen über den Wiederaufbau der syrischen Luftwaffe.

Der Militärflughafen sei seit 2012 außer Betrieb und werde derzeit von Einheiten des Verteidigungsministeriums bewacht, heißt es aus Sicherheitskreisen in Syrien. Nach Angaben von Reuters dient der Stützpunkt der neuen syrischen Armee seit dem Sturz von Präsident Baschar al-Assad Ende 2024 als Trainingszentrum.

Besuch von Türkei-Delegation

Der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge hatte kurz vor dem Angriff eine türkische Militärdelegation den Flughafen besucht. Die Türkei ist ein wichtiger Verbündeter der syrischen Übergangsregierung von Präsident Ahmed al-Scharaa, der das Land seit Dezember 2024 führt. Israel hatte nach Assads Sturz Truppen in eine eigentlich neutrale UN-Pufferzone auf den Golanhöhen im Süden Syriens entsandt und bereits mehrfach Ziele tiefer im Landesinneren Syriens angegriffen.

Israel begründete einige der Angriffe mit dem Schutz der Minderheit der Drusen in Syrien. Israelische Vertreter erklärten zudem, die Armee wolle eine "Sicherheitszone" im Süden Syriens halten. Trotz der Spannungen führten Israel und die neuen syrischen Behörden in den vergangenen Monaten mehrere direkte Gespräche.

Quelle: ntv.de, raf/AFP/rts

IsraelSyrienKriege und Konflikte