Politik

Runder Tisch in Essen Tafel hält an Ausländer-Aufnahmestopp fest

Alleinerziehende und Senioren sollen bei der Essener Tafel im Mittelpunkt stehen. Seit einiger Zeit brauchen diese einen deutschen Ausweis. Ungeachtet des Shitstorms gilt der Aufnahmestopp für Ausländer weiter. Ein runder Tisch soll trotzdem gegründet werden.

Die Essener Tafel hält bei der Verteilung von Lebensmittelspenden an Bedürftige trotz heftiger bundesweiter Kritik an ihrem Aufnahmestopp für Ausländer fest. Es werde innerhalb der nächsten zwei Wochen ein runder Tisch gegründet, um über die künftige Lebensmittelverteilung nachzudenken, erklärte der Vorstand des Vereins nach einer außerordentlichen Sitzung.

In dem Gremium sollen neben der Essener Tafel die Essener Wohlfahrtsverbände und der Verbund der Essener Migrantenselbstorganisationen vertreten sein, wie die Stadt Essen mitteilte. Es bestehe dabei aber weiter Einigkeit, dass Alleinerziehende, Senioren und Familien mit minderjährigen Kindern im Mittelpunkt stehen sollten, hieß es. Nach Angaben der Stadt Essen soll der nun geplante runde Tisch vom städtischen Sozialdezernenten moderiert werden. Das Gremium solle "Lösungsansätze" erarbeiten, damit die Essener Tafel ihre Zielgruppen bestmöglich erreiche.

Die Essener Tafel hat seit dem 10. Januar neue Berechtigungen zum Empfang von Lebensmitteln vorübergehend nur noch für Bürger mit deutschem Ausweis ausgestellt. Begründet wird dies mit einem angeblich zu hohen Anteil an Ausländern - viele ältere Menschen und Alleinerziehende fühlten sich deshalb nicht mehr wohl und nähmen das Hilfsangebot nicht mehr wahr.

Den Aufnahmestopp für Ausländer hatte unter anderem auch Kanzlerin Angela Merkel kritisiert. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt dagegen befürwortete die Entscheidung. "Es ist richtig, dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer Verdrängung kommt an der Tafel", sagte er.

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa/AFP

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