Politik

Attacke in Kabul Taliban greifen Hilfsorganisation an

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Dunkle Rauchwolken waren über Kabul zu sehen.

(Foto: REUTERS)

Über der afghanischen Hauptstadt steigt eine schwarze Rauchwolke auf. Schüsse und Explosionen sind zu hören. Taliban-Kämpfer stürmen auf das Gelände einer US-Hilfsorganisation. Es gibt Tote und Verletzte.

Taliban-Kämpfer haben in der afghanischen Hauptstadt Kabul den Sitz einer internationalen Hilfsorganisation angegriffen und dabei mindestens fünf Menschen getötet. Das teilte das afghanische Innenministerium mit. Ziel sei die Organisation Counterpart International gewesen. Diese hat ihren Hauptsitz in Arlington im US-Bundesstaat Virginia und arbeitet mit der US-Entwicklungsbehörde USAID zusammen. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Angriff.

Sicherheitskräfte hatten laut Innenministerium die Lage nach einem sechs Stunden langen Einsatz wieder unter Kontrolle. Demnach wurden alle fünf Angreifer getötet. Fünf weitere Menschen seien ums Leben gekommen, unter ihnen ein Polizist und eine Frau. 18 weitere Menschen seien verletzt worden.

Rund 200 Mitarbeiter der Nichtregierungsorganisation (NGO) seien von Spezialeinheiten der Polizei aus dem Gebäude im Zentrum der Stadt in Sicherheit gebracht worden, teilte das Ministerium auf seiner Facebook-Seite weiter mit. Weiteren Angaben zufolge wurde nahe dem Angriffsort auch ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug gefunden, das die Polizei kontrolliert sprengen wollte.

Fünfte Angriff seit Jahresbeginn

Ein Augenzeuge berichtete, er habe drei Explosionen und Schüsse gehört. Zudem habe er Rauch aus einem Gebäude steigen sehen. Eine Twitter-Nutzerin schrieb, alle Fenster ihrer Wohnung seien als Folge der Detonation zersprungen und ein Teil des Dachs sei eingestürzt. 

Erst vor wenigen Tagen hatte sich Afghanistans Große Ratsversammlung Loja Dschirga für eine sofortige und konsequente Feuerpause während des Ramadans ausgesprochen, der am Montag begonnen hat. Der Fastenmonat gilt unter Muslimen eigentlich als Zeit des Friedens. Die radikalislamischen Taliban hatten jedoch angekündigt, ihren "heiligen Krieg" fortzusetzen. Sie glauben wie auch Kämpfer der IS-Terrormiliz aufgrund der Überlieferungen aus dem Leben des Propheten Mohammed, dass ein Märtyrertod im Ramadan den Kämpfern im "heiligen Krieg" die höchsten und besten Plätze im Paradies beschert. Derzeit führen Vertreter der USA und hochrangige Taliban in Katars Hauptstadt Doha Gespräche über einen möglichen Frieden in Afghanistan.

Der US-Botschafter in Afghanistan, John Bass, sowie die UN-Mission in Afghanistan (Unama) verurteilten den Angriff der Taliban auf die Einrichtung. "Die ins Visier genommene Organisation hilft lokalen Gemeinden, bildet Journalisten aus und unterstützt das afghanische Volk. Das macht es zu einem Ziel sinnloser Gewalt", schrieb Bass auf Twitter. Unama nannte die Attacke auf Twitter "besonders erbärmlich, Zivilisten anzugreifen, die Afghanen helfen, und dann auch noch während des Ramadans".

Der Angriff ist bereits der fünfte in Afghanistans Hauptstadt seit Jahresbeginn. Bei diesen jüngsten Attacken starben insgesamt mindestens 28 Menschen. Mehr als 230 wurden verletzt.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa/jpe

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