Politik

Hauptkanäle für Nutzer gelöscht Telegram sperrt Attila Hildmann

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Attila Hildmann bei einer Corona-Demo 2020.

(Foto: picture alliance / Eventpress Hoensch)

Während viele Rechtsextreme und Corona-Leugner auf Telegram weiter ihre Verschwörungstheorien verbreiten dürfen, ist für Attila Hildmann nun Schluss. Der Messengerdienst sperrt seine prominentesten Chats - aber offenbar nicht in allen Ländern.

Der Messengerdienst Telegram hat Medienberichten zufolge die bekanntesten Kanäle des Verschwörungstheoretikers Attila Hildmann gesperrt. Beim Versuch, Hildmanns Nachrichten aufzurufen, bekommen Nutzer die Anzeige: "Dieser Kanal kann nicht angezeigt werden, weil er gegen lokale Gesetze verstößt." Vor der Löschung hatte der prominenteste Chat des rechtsextremen Corona-Leugners 100.000 Abonnenten.

Hildmanns Reichweite war bereits im Juni 2021 eingeschränkt worden: Über die verbreiteten Apps für Apple oder Android waren seine Kanäle nicht mehr zugänglich. Nun sind sie sowohl aus der Desktop-Version von Telegram als auch aus App direkt auf dem Handy verschwunden. Die Sperre war der Hacker-Gruppe "Anonymous" am Montagabend aufgefallen.

Allerdings betrifft die Löschung offenbar nur deutsche Nutzer. "Österreichische Accounts können weiterhin auf die Kanäle von Hildmann zugreifen", schrieb die österreichische Journalistin Ingrid Brodnig auf Twitter. Weshalb nun Hildmanns Kanäle gesperrt wurden, während andere Plattformen für Corona-Leugner und Rechtsextremisten weiter online sind, war zunächst unklar.

BKA hat Telegram-Taskforce eingerichtet

In den vergangenen Monaten hatte die Bundesrgeirung den Druck auf den Messengerdienst erhöht, damit er gegen Hass und Hetze in Chat-Gruppen vorgeht. Telegram gilt als Hauptmedium für die Koordination der Proteste gegen Corona-Maßnahmen und steht wegen der Verbreitung von Morddrohungen gegen Politiker sowie Falschmeldungen in der Kritik. Die Sicherheitsbehörden hatten sich lange um einen Kontakt zu den Menschen hinter der Plattform bemüht, die sich nicht an Aufforderungen zum Löschen von Hassbotschaften und illegalen Inhalten hielten.

Vor wenigen Tagen hatte das Bundesinnenministerium laut eigenen Angaben einen direkten Kontakt zur Konzernspitze herstellen können. Gegenwärtig würden zwei Bußgeldverfahren gegen Telegram geführt, sagte Bundesjustizminister Marco Buschmann. Es sei allerdings nicht gelungen, die dazu fälligen Bescheide für eine Anhörung dem Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten auch erfolgreich zuzustellen.

Zur Verfolgung von Straftaten auf Telegram richtete das Bundeskriminalamt (BKA) zudem Ende Januar eine eigene Taskforce ein. Ziel sei es, "Tatverdächtige zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen", teilte die Behörde in Wiesbaden mit. Dies geschehe in enger Abstimmung mit den Polizeien der Bundesländer und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main.

Quelle: ntv.de, lve/AFP

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