Politik

"Wahrheit aussprechen" Thunberg fordert mehr Druck auf Merkel

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Nach ihrem Treffen am Rande des UN-Klimagipfels in New York sind Kanzlerin Merkel und die Klimaaktivistin Greta Thunberg vor wenigen Tagen in Berlin noch einmal aufeinander getroffen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit dem politischen Echo auf ihre Proteste sind die jungen Klimaschutzaktivisten von Fridays For Future bislang alles andere als zufrieden. Für die schwedische Aktivistin Greta Thunberg ist nach ihrem Besuch in Berlin klar: Ohne öffentlichen Druck wird Merkel keine "unbequemen Entscheidungen" fällen.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg fordert mehr Druck aus der Bevölkerung auf Bundeskanzlerin Angela Merkel, um die CDU-Politikerin zu größeren Anstrengungen beim Klimaschutz zu bewegen. "Ganz offensichtlich braucht Angela Merkel die Unterstützung der Bevölkerung, sie braucht politischen Druck, sonst wird sie keine unbequemen Entscheidungen treffen", sagte Thunberg der "Zeit".

Sie und weitere Aktivistinnen der Bewegung Fridays for Future waren vergangene Woche mit Merkel zusammengekommen. Zu ihrer Erwartung an Merkel sagte Thunberg, diese solle einfach hinsichtlich der Gefahren der Erderwärmung "die Wahrheit aussprechen". Dies gelte ebenso für alle anderen Staats- und Regierungschefs.

Thunberg will keine Zeit mit Spekulationen verlieren

Das Treffen mit Merkel war von einigen deutschen Klimaaktivisten kritisiert worden, da es zuvor nicht hinreichend abgesprochen worden sei. Thunberg sagte nun der "Zeit": "Ich repräsentiere niemanden, dies ist eine Graswurzelbewegung, in der keiner im Namen von jemand anderem spricht." Jeder und jede in der Bewegung sei gleich wichtig.

Daher fühle sie persönlich auch keinen Druck. "Ich könnte jederzeit sagen: 'Nein, ich mache das nicht mehr.' Das wäre dann auch in Ordnung." Alles, was Fridays for Future bisher erreicht habe, "haben wir als Bewegung erreicht, nicht als Einzelne", sagte die 17-Jährige, auf deren Engagement für Schulstreiks die längst internationale Schüler- und Studenten-Bewegung zurückgeht.

Zu ihrer eigenen Stimmungslage sagte Thunberg: "Ich empfinde keine Klimabesorgnis oder Frustration, bin weder wütend noch traurig." Es ergebe für sie keinen Sinn, ihre Zeit damit zu "verschwenden, darüber zu spekulieren, was in Zukunft wohl werden wird - ich will diese Zukunft lieber verändern".

Quelle: ntv.de, joh/AFP