Politik

Treffen mit Selenskyj geplant Trudeau ist überraschend in der Ukraine

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Premierminister Trudeau traf den Bürgermeister von Irpin, Olexandr Markuschyn (r.).

(Foto: AP)

Viele internationale Politiker reisen derzeit die Ukraine, um ihre Solidarität zu bekunden. Unangekündigt erreicht nun auch der kanadische Regierungschef Justin Trudeau das Land. Sein Blitzbesuch führt ihn zunächst in den zerstörten Kiewer Vorort Irpin.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau ist zu einem unangekündigten Besuch in die Ukraine gereist. Er sei gemeinsam mit Vize-Ministerpräsidentin und Finanzministerin Chrystia Freeland sowie Außenministerin Mélanie Joly in das osteuropäische Land gereist, "um unsere Unterstützung für die Ukraine und ihre Menschen zu zeigen", schrieb Trudeau auf Twitter. Die Botschaft an Präsident Wolodymyr Selenskyj sei, dass Kanada immer Schulter an Schulter mit der Ukraine stehen werde.

Zunächst besuchte Trudeau den vom Krieg gezeichneten Kiewer Vorort Irpin, wie dessen Bürgermeister Olexandr Markuschyn im Messengerdienst Telegram mitteilte. "Ich hatte gerade die Ehre, mit dem Premierminister von Kanada, Justin Trudeau, zu sprechen", schrieb Markuschin. Trudeau sei gekommen, um "mit eigenen Augen all die Schrecken zu sehen, die die russischen Besatzer unserer Stadt angetan haben".

Nach Angaben seines Büros wollte Trudeau während seines Aufenthalts in der Ukraine auch Präsident Wolodymyr Selenskyj treffen, um "die unerschütterliche Unterstützung" Kanadas "für das ukrainische Volk" zu bekräftigen. Der britische Korrespondent Paul Workman veröffentlichte auf Twitter ein Bild, das Trudeau beim Hissen einer kanadischen Flagge zeigt. Trudeau hätte die kanadische Botschaft in Kiew wiedereröffnet, schrieb Workman dazu.

Markuschyn erklärte, Trudeau habe während seines Besuchs "ausgebrannte und komplett zerstörte Häuser von Bewohnern Irpins" gesehen. Diese hätten noch "bis vor kurzem das Leben genossen und Zukunftspläne gehabt", betonte der Bürgermeister, der dem kanadischen Premierminister "aufrichtig" für seine Unterstützung für die Ukraine dankte.

Das nordwestlich von Kiew gelegene Irpin ist neben Butscha und Borodjanka zu einem der Symbole für die Grausamkeit des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geworden. Die russische Armee hatte sich Ende März aus dem Großraum Kiew zurückgezogen, anschließend wurden dort zahlreiche Leichen von Zivilisten gefunden. Kiew beschuldigt die russische Armee, die Massaker begangen zu haben. Der Internationale Strafgerichtshof hat Ermittlungen zu den mutmaßlichen Kriegsverbrechen eingeleitet.

Das G7-Land Kanada hatte die Ukraine im Krieg gegen Russland schnell und umfassend unterstützt - zunächst unter anderem mit Sanktionen gegen Moskau, darunter die deutliche Erhöhung von Zöllen von Einfuhren aus dem Land. Schließlich aber auch mit schweren Waffen: Ottawa schickte zuletzt Artillerie-Geschütze vom Typ M-777 in das Land und lockerte damit seine Restriktionen für Waffenlieferungen in Kriegsgebiete.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP/dpa

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