Politik

Ex-Präsident fordert Rücktritt Trump: Biden hat sich den Taliban "ergeben"

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Ex-Präsident brachte den US-Abzug aus Afghanistan auf den Weg.

(Foto: AP)

Mit der Eroberung Kabuls durch die Taliban fahren die US-Amerikaner eine historische Niederlage ein. Ex-Präsident Trump hatte den Abzug der amerikanischen Truppen schon eingeleitet. Wie dieser durch seinen Nachfolger Biden zu Ende gebracht wurde, gefällt ihm aber gar nicht.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat seinem Nachfolger Joe Biden vorgeworfen, sich den Taliban "ergeben" zu haben. Biden habe mit seiner Afghanistan-Politik "das Vertrauen in die Macht und den Einfluss Amerikas zerstört", erklärte Trump.

Zudem forderte Trump seinen Nachfolger zum Rücktritt auf. Es sei an der Zeit, dass Biden "in Schande" zurücktrete "für das, was er in Afghanistan zugelassen hat". Trump hat Bidens Abzugspläne schon mehrfach kritisiert und behauptet, er hätte den Truppenabzug "ganz anders und viel erfolgreicher" bewerkstelligt.

Trump hatte den Abzug der US-Truppen als Präsident durch ein Abkommen mit den Taliban auf den Weg gebracht. Wenn es nach Trump gegangen wäre, hätten die US-Soldaten Afghanistan schon im Mai verlassen. Biden verzögerte den Abzug, hielt im Grunde aber an dem Vorhaben seines Vorgängers fest. Im Frühjahr kündigte er an, dass die damals noch rund 2500 verbliebenen Soldaten bis zum 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September Afghanistan verlassen sollten. Zuletzt wurde das Abzugsdatum auf Ende August vorgezogen.

Trumps früherer nationaler Sicherheitsberater John Bolton sagte dem Radiosender NPR, dieser hätte vermutlich genauso gehandelt wie nun Biden. Der Präsident habe an der von Trump vorgegebenen "falschen" Politik festgehalten, sagte Bolton. Trump hatte Bolton 2019 wegen Meinungsverschiedenheiten gefeuert.

Die Zukunft Afghanistans schätzte Bolton, der als Hardliner und Befürworter militärische Einsätze gilt, düster ein. Infolge der Machtübernahme durch die Taliban werde das Land "zurück ins 15. Jahrhundert" fallen. Die militant-islamistischen Taliban seien eine Gruppe des "mittelalterlichen, religiösen Fanatismus", sagte er. Die Taliban hätten kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft und würden schon bald wieder islamistischen Terrorgruppen Schutz bieten, warnte er.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa/AFP

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