Politik

Warnung vor falscher Syrien-Politik Trump: Clinton führt USA in dritten Weltkrieg

c7bf139bfdc34d1b5c6aa79813dc289a.jpg

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump sorgt sich um den Weltfrieden.

(Foto: AP)

US-Republikaner Donald Trump sieht seine Konkurrentin Hillary Clinton als Gefahr für den Weltfrieden. Seine Hauptsorge: Clinton könnte sich, sollte sie Präsidentin werden, auf syrischem Boden mit "Atommacht Russland" anlegen.

Donald Trump wagt im Schlussspurt vor der Wahl am 8. November einen neuen Angriff auf Kontrahentin Hillary Clinton: In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters warf der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Clinton vor, mit ihrer Syrien-Politik den Weltfrieden zu gefährden. "Wir enden im dritten Weltkrieg über Syrien, wenn wir Hillary Clinton folgen", warnte Trump. Die Demokratin hatte sich für die Einrichtung von Flugverbotszonen und sicheren Bereichen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Syrien starkgemacht. Einige Analysten hatten gewarnt, diese Gebiete abzusichern, könnte zur direkten Konfrontation mit Russland führen.

*Datenschutz

"Du kämpfst (dann) nicht mehr gegen Syrien, du kämpfst gegen Syrien, Russland und den Iran, okay? Russland ist eine Atommacht, aber eine, in der die Bomben funktionieren, anders als in anderen Ländern, die nur reden", sagte Trump. Der umstrittene Kandidat sprach sich dafür aus, dem Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Vorrang vor allen anderen Zielen in der Außenpolitik einzuräumen. Auch die Entmachtung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad - seit langem ein vorrangiges Ziel der US-Außenpolitik - sei nicht die wichtigste Priorität. "Assad ist zweitrangig für mich, hinter dem IS. Wir sollten uns auf den IS konzentrieren, nicht auf Syrien."

Mit seinen außenpolitischen Ansichten scheint Trump aber selbst innerhalb der eigenen Partei kaum punkten zu können. Selbst Colin Powell, der frühere US-Außenminister unter George W. Bush, wird bei der Präsidentenwahl für die Demokratin Hillary Clinton stimmen. Der Grund: Trump sei nicht für das Präsidentenamt geeignet, so Powell. "Er beleidigt Amerika fast jeden Tag." Der ehemalige Chefdiplomat ist einer von vielen Republikanern, die sich gegen Trump aussprechen.

Streit um Umfrage-Methodik

Auch George W. Bush und sein Vater, Ex-Präsident George Bush, unterstützen Trump nicht. Powells republikanische Amtsnachfolgerin Condoleezza Rice hatte sogar den Rückzug Trumps von der Kandidatur gefordert. Trump jedoch sieht sich weiter als Opfer einer Medienkampagne gegen sich. Nachdem er zuletzt sogar angedeutet hatte, das Ergebnis der Wahl womöglich nicht anerkennen zu wollen, ist nun auch ein erbitterter Streit um die Glaubwürdigkeit von Meinungsumfragen entbrannt.

Trump, der in den meisten Umfragen zurückliegt, bemängelt, die Methodik einiger großer Institute benachteilige ihn. Sie berücksichtigten zu wenig, dass er neue Wählerschichten mobilisiert habe, und sie bewerteten Abrückeffekte von den Republikanern zu stark, beklagte der Immobilienmilliardär. Meinungsforscher halten die Abweichungen von bis zu zwölf Prozentpunkten jedoch für normal. 2008 sei die Kluft noch größer gewesen.

Quelle: ntv.de, jug/rts/dpa