Politik

Ziel war, Clinton zu schaden Trump bemühte sich um Mails von Wikileaks

Pikante Details aus dem Mueller-Bericht kommen ans Licht: Donald Trump hat versucht, an E-Mails der Demokraten von Wikileaks zu kommen. Er und sein Wahlkampfteam sollen sich um die Dokumente bemüht haben, um Hillary Clinton zu schaden.

Mitten im laufenden Impeachment-Verfahren um Donald Trump taucht eine weitere pikante Information über den US-Präsidenten auf. Der Republikaner und sein Wahlkampfteam haben sich neu veröffentlichten Ermittlungsdokumenten zufolge 2016 um E-Mails der Demokraten im Besitz von Wikileaks bemüht, um seiner Rivalin Hillary Clinton zu schaden. Das berichteten der Sender CNN und die Nachrichtenseite "Buzzfeed" unter Berufung auf knapp 300 Seiten Unterlagen von Russland-Sonderermittler Robert Mueller.

Die Medienhäuser hatten erfolgreich auf Herausgabe der Dokumente geklagt. In der ersten Tranche der Dokumente wird Trumps stellvertretender Wahlkampfleiter Rick Gates dahingehend zitiert, dass Trump, sein Sohn und mehrere Führungsleute auf eine Herausgabe der E-Mails hofften. Der außenpolitische Berater Michael Flynn - der später für kurze Zeit Präsident Trumps erster nationaler Sicherheitsberater wurde - hätte seine Kontakte im Geheimdienstmilieu nutzen sollen, um die E-Mails zu bekommen, wie Gates weiter zitiert wurde.

Flynn habe auch die besten Russland-Kontakte gehabt, schrieben die Ermittler in dem Bericht. Die Tausenden E-Mails von einem Server der Demokraten waren von Russland gestohlen worden, wie US-Geheimdienste später bestätigten. Die Wikileaks-Veröffentlichung der E-Mails, die unter anderem die internen Machtkämpfe der Demokraten an den Tag legten, schadete Clinton in den Monaten vor der Präsidentschaftswahl im November 2016.

Bereits vor Veröffentlichung der neuen Details war seit Längerem die Aussage einer russische Anwältin bekannt. Sie berichtete über ein Treffen mit Trump Jr. im Juni 2016. Dieser habe von Russland kompromittierende Informationen über die Demokratin Clinton verlangt. Im Gegenzug sollte eine Regierung Trump nach einem Wahlsieg die Russland-Sanktionen des US-Kongresses im Sinne Moskaus prüfen.

Abschlussbericht bislang nur in Teilen veröffentlicht

Außerdem hat Trumps außenpolitischer Wahlkampf-Berater George Papadopoulos versucht, aus russischen Quellen schmutzige Informationen über Clinton zu erhalten. Zudem setzte er sich für ein Treffen Trumps mit Putin ein. Er bekam den Auftrag, zu Sondierungen nach Moskau zu fliegen, woran Trump sich angeblich nicht mehr erinnern kann.

Sonderermittler Mueller hatte etwa zwei Jahre lang untersucht, ob Trumps Team Absprachen mit Vertretern Russlands getroffen hatte. Auch ging es darum, ob Trump später, als er schon US-Präsident war, die Ermittlungen der Justiz dazu behinderte. Ende März schloss Mueller seine Arbeit ab. Sein Abschlussbericht wurde bislang nur in Teilen geschwärzt veröffentlicht. Mueller fand keine ausreichenden Beweise für Geheimabsprachen des Trump-Teams mit Vertretern Russlands. Hintergrund der Ermittlungen war die mutmaßliche Einmischung Moskaus in den US-Wahlkampf 2016. In den kommenden acht Jahren müssten nun jeden Monat Dokumente zu den Mueller-Ermittlungen freigegeben werden, berichtete Buzzfeed.

Verbindung zur aktuellen Ukraine-Affäre

Die These, dass die Ukraine die E-Mail-Server der US-Demokraten hackte und Spuren legte, die auf Russland hindeuten, ist bei Trump und seinem Umfeld populär. Damit solle Trumps Legitimität als Präsident untergraben werden, heißt es.

Die Theorie spielt auch bei Trumps gegenwärtiger Ukraine-Affäre eine Rolle, denn der US-Präsident forderte den neuen ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj nicht nur auf, belastendes Material gegen den aktuellen demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und dessen Sohn Hunter Biden zusammenzutragen. Er forderte auch eine Überprüfung der Rolle der Ukraine bei dem Hackerangriff auf die US-Demokraten. Wegen der Ukraine-Affäre leiteten die Demokraten im US-Kongress eine Amtsenthebungsuntersuchung gegen Trump ein.

Quelle: n-tv.de, ibu/dpa/AFP