Politik
Hygiene muss sein: Melania Trump zieht sich vor der Sandwich-Ausgabe Latexhandschuhe über.
Hygiene muss sein: Melania Trump zieht sich vor der Sandwich-Ausgabe Latexhandschuhe über.(Foto: REUTERS)
Donnerstag, 14. September 2017

Mit Latexhandschuhen in Florida: Trump besucht die Hurrikan-Opfer

Wenige Wochen nach seiner Stippvisite im verwüsteten Texas zieht es Trump nun auch nach Florida zu den Opfern von Wirbelsturm "Irma": Einmal mehr präsentiert sich der US-Präsident als Kümmerer - dieses Mal auch, indem er mit der Gattin Sandwiches verteilt.

Weiße Baseballkappe mit USA-Schriftzug, Regenjacke bei 33 Grad Celsius, Latex-Handschuhe beim Händeschütteln: Donald Trump hat sich an der Seite seiner Ehefrau Melania in Florida mit Betroffenen der Hurrikan-Katastrophe getroffen. An einem eigens für das Präsidentenpaar sowie Trumps Vize Mike Pence aufgebauten Stand verteilte die Delegation aus Washington medienwirksam Sandwiches an Menschen, die ihr Hab und Gut durch Hurrikan "Irma" verloren haben.

Bilderserie

Ein Teller heiße Suppe wäre manchem vielleicht lieber gewesen: Viele Menschen, besonders an der Westküste Floridas, hatten seit Tagen kein warmes Essen mehr. Noch immer sind Tausende im "Sunshine State" ohne Strom. Die Stromnetzbetreiber schlossen jedoch nach und nach die Lücken. Allein bis Donnerstag seien 100 Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen wieder ans Netz genommen worden, teilte die Gesellschaft Florida Lights&Power mit. Floridas Gouverneur Rick Scott sagte, vier Millionen der Haushalte, die zwischenzeitlich keine Elektroenergie hatten, seien wieder am Netz.

Dennoch sind noch immer 25 Prozent Floridas ohne Strom. Tausende verharrten weiter in Notunterkünften. Der US-Radiosender NPR umschrieb die Gedanken der Betroffenen so: "Soll ich bleiben oder soll ich gehen? Wenn ich gehe, wohin soll ich gehen? Wann soll ich gehen? Und wie komme ich dorthin, wo ich hingehen will?"

Trump: Opferzahl ist "sehr gering"

Die unterbrochene Stromzufuhr galt nach dem Hurrikan "Irma" in Florida als eines der größten Probleme neben den Engpässen bei der Benzinversorgung. Die Aufräumarbeiten wurden durch fehlenden Strom deutlich verzögert. Trump sprach den Behörden in Florida dennoch seine Hochachtung für den umsichtigen Umgang mit dem Sturm aus. Sie hätten einen "großartigen Job" gemacht, lobte der Präsident. Der Sturm hätte wegen seiner Stärke tausende Menschenleben fordern können. Die tatsächliche Opferzahl sei aber "sehr gering".

Hurrikan "Irma" war am Sonntag und Montag über Florida hinweggezogen. Mehr als 6,5 Millionen Menschen waren zuvor aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. In Folge des Sturms starben nach einer Schätzung des Senders ABC News mindestens 31 Menschen. Am Mittwoch kamen acht Bewohner eines Altenheims nördlich von Miami ums Leben, nachdem in der Einrichtung die Klimaanlage ausgefallen war.

First Lady diesmal ohne Fettnäpfchen

Betroffen waren in Florida vor allem der Südwesten um die Urlauberregionen von Naples und Fort Myers sowie die Inselkette der Florida Keys, wo es zu erheblichen Zerstörungen kam. Ferner gab es erhebliche Hochwasserprobleme im Nordosten um die Großstadt Jacksonville. Trumps Besuch weckte bei den Betroffenen auch Hoffnungen auf finanzielle Hilfen des Bundes. Der US-Kongress hat mehr als 15 Milliarden an Hilfen für die Flutopfer in Texas nach dem Hurrikan "Harvey" bereitgestellt. Für Florida gibt es bisher noch keine Zusagen.

Anders als bei ihrem Besuch in der Hochwasserregion von Texas hat sich Melania Trump diesmal keinen Ausrutscher geleistet. Die First Lady war kritisiert worden, nachdem sie sich vor dem Abflug in die Katastrophenregion mit Highheels hatte fotografieren lassen. Diesmal trug das Ex-Model zu weißer Hose und grünem Polohemd Turnschuhe - dazu eine weiße Baseballmütze und eine verspiegelte Sonnenbrille. Der nächste Hurrikan-Auftritt der Trumps könnte in Puerto Rico sein: Gouverneur Ricardo Rosselló Nevares erklärte, er habe eine Zusage von Trump erhalten.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen