Politik

Erneuter Vorwurf der Manipulation Trump erkennt Ergebnis an - wenn er gewinnt

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Trump provoziert mal wieder, diesmal in Delaware in Ohio.

(Foto: REUTERS)

Das dritte TV-Duell in den USA endete im Eklat, weil Donald Trump die Anerkennung des Wahlergebnisses verweigert. Auf einer Veranstaltung legt der Präsidentschaftskandidat nun nach - macht aber eine entscheidende Ausnahme.

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat sich erneut zu einer Anerkennung der im November anstehenden Wahl geäußert. Er wolle das Ergebnis anerkennen - wenn er gewinne, sagte Trump vor Anhängern auf einer Wahlkampfveranstaltung in Delaware im US-Bundesstaat Ohio. "Ich werde das Ergebnis dieser großen und historischen Wahl vollkommen anerkennen - wenn ich gewinne", sagte Trump wörtlich.

Am Vortag hatte sich der Republikaner in der dritten TV-Debatte mit Hillary Clinton geweigert zu sagen, dass er das Wahlergebnis am 8. November anerkennen werde. Das hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Nie zuvor hat ein Präsidentschaftskandidat vor der Wahl die Anerkennung des späteren Wahlausgangs verweigert.

Clinton erwiderte, diese Haltung sei entsetzlich. Die Parteiführung der Republikaner beeilte sich nach dem Duell zuzusichern, sie werde das Ergebnis auf jeden Fall akzeptieren. Auch aus Trumps Lager gab es mehrere solcher Stimmen.

"Hatte die Pflicht, es anzuerkennen"

Indirekte Kritik an Trumps Haltung kam auch vom ehemaligen Präsidentschaftskandidaten John McCain. "Ich mochte das Ergebnis von 2008 nicht", sagte der Republikaner, der damals dem heutigen Amtsinhaber Barack Obama unterlegen war. "Aber ich hatte die Pflicht, es anzuerkennen, und ich habe es ohne Zögern getan." Eine solche Anerkennung sei nicht so etwas wie ein Gnadenakt, sagte der einflussreiche US-Senator. "Es ist ein Akt des Respekts vor dem Willen des amerikanischen Volkes, ein Respekt, der die oberste Verantwortung eines jeden amerikanischen Anführers ist."

Auf der Veranstaltung in Delaware wiederholte Trump nun auch seine Theorie massiven Wählerbetrugs, mit dem er von seinem Sieg abgehalten werde. Er sagte, er werde ein klares Ergebnis anerkennen, behalte sich aber das Recht vor, ein fragwürdiges Resultat rechtlich anzugreifen.

Trump hatte zuletzt mehrmals den Eindruck erweckt, die Wahl werde unter Beteiligung des Clinton-Lagers manipuliert. Beweise oder Indizien lieferte er nicht. Zuletzt hatte US-Präsident Barack Obama Trump wegen seiner Spekulationen scharf angegriffen.

Eine flächendeckende Manipulation ist wegen des dezentralen Wahlsystems in den USA kaum denkbar. Befürchtet wird allerdings, dass Trumps Reden über Wahlmanipulation bei einer Niederlage in Gewalt seiner Anhänger umschlagen könnte.

Quelle: ntv.de, mli/dpa