Politik

Wut bei Londons Bürgermeister "Trump ist hier nicht mehr erwünscht"

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Donald Trump und Sadiq Khan sind seit dem Terroranschlag auf der London Bridge keine Freunde mehr.

(Foto: REUTERS)

Mit seinen Tweets tritt US-Präsident Trump in Großbritannien eine Lawine der Entrüstung los - und bringt Premierministerin May damit in Zugzwang. Denn nicht nur Londons Bürgermeister Khan fordert von ihr, den Staatsbesuch des US-Präsidenten abzusagen.

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Wegen der von Donald Trump über Twitter weiterverbreiteten islamfeindlichen Videos hat Londons Bürgermeister Sadiq Khan die britische Premierministerin Theresa May dazu aufgefordert, den geplanten Staatsbesuch des US-Präsidenten im kommenden Jahr abzusagen. "Es wird immer klarer, dass jeder offizielle Besuch von Präsident Trump in Großbritannien nicht mehr erwünscht ist", twitterte Khan. Zudem forderte er, May müsse sich dafür einsetzen, dass die Tweets gelöscht werden und sich Trump entschuldigt.

Trump hatte auf Twitter mehrere islamfeindliche Videos geteilt, die ursprünglich von der Vizechefin der ausländerfeindlichen Gruppe Britain First, Jayda Fransen, verbreitet worden waren. Dort soll zu sehen sein, wie ein Teenager zu Tode geprügelt, ein Junge auf Gehhilfen geschlagen und eine christliche Statue zerstört wird. Alle drei Taten sollen Fransen zufolge von Muslimen begangen worden sein. Dass dies teils nachweislich nicht der Fall ist, hat den Präsidenten bisher nicht dazu bewogen, seine Tweets zu löschen.

Khan schrieb weiter, viele Briten, "die Amerika und die Amerikaner lieben", empfänden das Verhalten Trumps als "Treuebruch im speziellen Verhältnis zwischen unseren beiden Ländern". "Es ist nicht zu fassen, dass der Präsident nicht realisiert, dass seine Unterstützung für Extremisten aktiv Werte wie Toleranz und Vielfalt unterwandert - Werte, die Großbritannien so großartig machen." Trump und Khan sind spätestens seit dem Terroranschlag auf der London Bridge im Juni diesen Jahres keine Freunde mehr. Damals hatte der US-Präsident den Bürgermeister der Metropole als "armselig" bezeichnet.

May verurteilte rassistische Tweets

Der Erklärung Khans war ein beispielloser Schlagabtausch zwischen Theresa May und Trump vorausgegangen. Nachdem ein Sprecher der Premierministerin die islamophoben Tweets verurteilt hatte, forderte der Präsident auf Twitter, May solle sich nicht auf ihn, sondern auf den "zerstörerischen radikal-islamischen Terrorismus" in ihrem Land konzentrieren. Britische Parlamentsabgeordnete verlangten eine Entschuldigung Trumps. Dessen Aktion sei hetzerisch und fahrlässig. Das US-Präsidialamt rechtfertigte hingegen die Weiterverbreitung der Videos.

Fransen äußerte sich erfreut über Trumps Aktion. Sie zeige, dass der Präsident ihr Anliegen teile, die öffentliche Aufmerksamkeit auf Themen wie den Islam zu lenken. Fransen war vor kurzem zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie eine muslimische Frau in einem Hidschab religiös beleidigt hatte. Britain First bezeichnet sich selbst als Loyalistenbewegung, die sich gegen Masseneinwanderung und radikale Islamisten stellt. Sie fordert ein umfassendes Verbot des Islam in Großbritannien. Kritiker bezeichnen sie als rassistisch.

Quelle: n-tv.de, jug/rts