Gegenschläge angedrohtTrump knöpft sich Huthi-Miliz wegen Tankerbeschuss vor
Vor wenigen Tagen gibt die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz bekannt, die Schifffahrt des Erzfeinds Saudi-Arabien zu blockieren. Zwei Öltanker Riads werden beschossen. US-Präsident Trump will dem Vorgehen einen Riegel vorschieben und droht mit einer "bedeutenden militärischen Bestrafung".
US-Präsident Donald Trump hat den Huthi-Rebellen im Jemen nach Angriffen auf saudi-arabische Öltanker im Roten Meer militärische Gegenschläge angedroht. Trump schrieb auf seiner Onlineplattform Truth Social, er sei "sehr enttäuscht" über die mit dem Iran verbündete Miliz. Sollten die Huthis erneut Öltanker angreifen, werde ihnen und auch dem Iran eine "bedeutende militärische Bestrafung" auferlegt.
Die Huthi-Miliz hatte nur wenige Tage nach der Bekanntgabe einer Seeblockade im Roten Meer nach eigenen Angaben zwei saudi-arabische Öltanker beschossen. Aus Saudi-Arabien hieß es, ein Schiff sei getroffen worden und ein Feuer an Bord ausgebrochen. Damit entwickelt sich im Zuge des Iran-Krieges offenbar eine weitere Front.
Trump schrieb nun auf Truth Social, die USA hätten die Huthi-Rebellen bereits im vergangenen Jahr nach Angriffen auf die Schifffahrt hart attackiert. "Seitdem, und während unseres Konflikts mit dem Iran, haben sie sehr verantwortungsvoll gehandelt. Leider fangen sie jetzt wieder an und haben gestern Abend auf zwei saudi-arabische Schiffe geschossen."
Die Huthis hatten während des Gazakriegs Schiffe attackiert, die sie mit Israel in Verbindung brachten. Die Miliz gehört wie die Hisbollah im Libanon und die Hamas im Gazastreifen zu der vom Iran angeführten sogenannten Achse des Widerstands. Deren Ziel ist die Vernichtung Israels.
Einzelne Tanker werden durchgelassen
Unterdessen wurde bekannt, dass die Huthi-Miliz offenbar einige Schiffe mit Bezug zu anderen Ländern als Saudi-Arabien die Meerenge Bab al-Mandab passieren lässt. Einem chinesischen Öltanker sei die Durchfahrt genehmigt worden, berichtete das Fachmedium "Lloyd's List". Chinesische Tanker, die vom saudischen Hafen Janbu im Roten Meer zurückkehrten, könnten womöglich von Fall zu Fall mit der Miliz über eine Durchfahrt verhandeln.
Die US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) zählte bisher sieben Schiffe, die nach den jüngsten Drohungen der Huthi-Miliz ihren Kurs änderten, um eine Durchfahrt von Bab al-Mandab zu vermeiden. Die Miliz hatte am Montag eine "Blockade" der Seefahrt für Saudi-Arabien erklärt. Durch das Rote Meer und die wichtige Meerenge Bab al-Mandab vor Jemens Küste führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa.
Die Huthi hatten den Welthandel mit Angriffen auf Schiffe im Roten Meer ab 2023 bereits massiv beeinträchtigt. Die Miliz kontrolliert vor allem den Norden und weite Gebiete im Westen des Landes samt der dort liegenden Küsten am Roten Meer. Jemens Nachbarland Oman warnte vor einer weiteren Eskalation. Man arbeite mit den Huthi, Saudi-Arabien und den Vereinten Nationen zusammen, um die Lage zu entschärfen. Saudi-Arabien führt gemeinsam mit Jemens international anerkannter Regierung seit mehr als zehn Jahren Krieg gegen die Miliz. Alle Bemühungen um eine politische Lösung des Konflikts scheiterten bisher.
Die EU-geführte Mission Aspides, mit der Handelsschiffe vor Huthi-Angriffen geschützt werden sollen, warnte am Mittwoch vor einer Durchfahrt des Roten Meeres. Schiffe mit Bezug zu Israel, den USA oder Saudi-Arabien sollten das Meer und den Golf von Aden vorerst möglichst meiden, teilte die Mission mit.
